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Antibiotika

In Deutschland werden im europäischen Ländervergleich zuviel Antibiotika eingesetzt und innerhalb von Deutschland liegt Rheinland-Pfalz mit an der Spitze.

Unbedingt nötig sind Antibiotika

  • bei einer bakteriellen Lungenentzündung (Pneumonie)
  • einer Hirnhautentzündung (Meningitis)
  • Harnwegsinfektionen (Cystitis, Pyelonephritis)
  • sowie einer eitrigen Mandelentzündung (Angina tonsillaris) mit Streptokokken vom Typ A (Erreger des Scharlachs).

Besonders oft eingesetzt werden die Mittel allerdings bei

  • fiebriger Erkältung
  • Hals- und Mittelohrentzündungen.

Bei der akuten Mittelohrentzündung bestimmt das Kindesalter die Therapie mit. Ist der kleine Patient noch keine sechs Monate alt, muss sofort ein Antibiotikum gegeben werden, weil das Risiko für schwere Infektionen (z.B. Meningitis) und für später wiederholt auftretende Mittelohrentzündungen in diesem Alter größer ist. Bei Kindern zwischen einem halben und zwei Jahren ist der klinische Befund dafür ausschlaggebend, bei älteren Kindern kann abgewartet und zunächst symptomatisch behandelt werden (abschwellende Nasentropfen, Schmerzmittel, Schleimlöser). 80-90% dieser Infekte bessern sich auch ohne Antibiotikum schon nach 48 Stunden deutlich.

Gelb-grünes (eitriges) Sekret (Schleim), oft übelriechend und dickflüssig aus Ohr (Otorrhoe), Nase (Rhinorrhoe), Rachen und Bronchien (Expektorat/Auswurf) weisen auf einen Infekt bakterieller Ursache hin, farbloser oder heller Schleim sind dagegen für virale Infekte typisch. Bei einer Rachen- bzw. Mandelentzündung kann im Rachenabstrich ein Schnelltest auf Streptokokken vom Typ A (typische Erreger der bakteriellen Angina tonsillaris und des Scharlach) durchgeführt werden. Im Zweifelsfall weisen ein hohes C-reaktives Protein (CRP-Schnelltest) sowie eine Vermehrung der weißen Blutkörperchen (sog. Leukozytose mit Linksverschiebung) auf eine bakterielle Ursache der Erkrankung hin.

Gegen Viren, die oft Husten und Schnupfen mit und ohne Fieber (also typische Erkältungssymptome) auslösen, können Antibiotika nichts ausrichten. Im Gegenteil führt falscher und zu häufiger Antibiotikaeinsatz bei Mensch (wie auch beim Tier) zunehmend zu Resistenzen, Unverträglichkeiten und Allergien, schädigt die gesunde Darmflora (physiologische Darmbakterien), führt oft zu Durchfällen und Pilzerkrankungen sowie zu Übergewicht und schwächt generell das körpereigene Abwehrsystem.

Besonders gefürchtet ist die sog. antibiotikaassoziierte Kolitis oder pseudomembranöse Kolitis, wenn die Darmflora durch Antibiotika (v.a. Clindamycin, Chinolone, Breitspektrum-Penicilline und Cephalosporine)  so sehr geschädigt wird, dass sich auf diese Weise das Bakterium Clostridium difficile sehr stark vermehren kann. Die von den Clostridien ausgeschiedenen Toxine verursachen dann Fieber, Bauchschmerzen, Durchfall und Flüssigkeitsverlust. Zur Beseitigung des auslösenden Erregers Clostridium difficile stehen in diesem Fall nur noch die Reserve-Antibiotika Metronidazol und Vancomycin (ggf. auch kombiniert anzuwenden) zur Verfügung.

Nach einer Antibiotikatherapie kann es sinnvoll bzw. angezeigt (z.B. wenn es als Folge zum Durchfall gekommen ist) sein, die geschädigte bzw. gestörte Darmflora schnell wieder aufzubauen. Dafür stehen mit Perenterol (Hefebakterien) oder Omniflora N (Milchsäurebakterien) wirksame Präparate zur Verfügung (Verordnung jedoch nicht zu Lasten der GKV!).

Während Antibiotika also möglichst gezielt eingesetzt werden, um die bestmögliche Wirkung zu erreichen, können viral bedingte Erkältungskrankheiten nur symptomatisch behandelt werden (z.B. mit Paracetamol, Acetysalicylsäure, Ibuprofen, abschwellenden Nasentropfen, Schleimlöser, Hustenmittel etc.). In diesem Fall erbringt das körpereigene Immunsystem die wichtigste Abwehr- und Heilleistung – das braucht jedoch etwas (mehr) Zeit nach dem Motto:

„Eine (virale) Erkältung dauert mit Arzt (und Medikamenten) 7 Tage und ohne Arzt 1 Woche.“

Weitere unterstützende Massnahmen:

  • körperliche Schonung (ggf. Arbeitsbefreiung)
  • Ruhe (Bettruhe nur bei Fieber)
  • wann immer möglich frische Luft (z.B. Spaziergänge)
  • viel Trinken (z.B. frische Obstsäfte, Tee)
  • leichte Kost
  • wenig Alkohol
  • keinesfalls rauchen

Vom Herbst bis zum Frühjahr kann die Einnahme von Vitamin C (1x Messerspitze reine Ascorbinsäure täglich) sowie Vitamin D (20000 IE Colecalciferol = Dekristol 20000 1x pro Woche) zur Stärkung des Immunsystems uneingeschränkt empfohlen werden.

Links:


Ärztliche Schweigepflicht

Die ärztliche Schweigepflicht ist in der ärztlichen Musterberufsordnung streng geregelt. Dort heißt es in Par. 9:

„Ärztinnen und Ärzte haben über das, was ihnen in ihrer Eigenschaft als Ärztin oder Arzt anvertraut worden oder bekannt geworden ist - auch über den Tod der Patientin oder des Patienten hinaus - zu schweigen.“

Im nächsten Absatz wird jedoch relativiert:

„Ärztinnen und Ärzte sind allerdings zur Offenbarung befugt, soweit sie von der Schweigepflicht entbunden worden sind oder soweit die Offenbarung zum Schutze eines höherwertigen Rechtsgutes erforderlich ist.“

Das Vertrauensverhältnis zwischen Arzt und Patient wird also zweitrangig, wenn Dritte gefährdet sind, so z.B. bei einer Meldung an die Gesundheitsbehörde nach dem Infektionsschutzgesetz, bei Kindesmisshandlungen, Vergewaltigungen oder auch wenn ein Patient mitteilt, dass er andere Menschen zu schädigen beabsichtige - infizieren, verletzen oder gar töten. In letzterem Fall muss der behandelnde Arzt nach Par. 34 des Strafgesetzbuches einen sog. rechtfertigenden Notstand geltend machen, seine Schweigepflicht brechen und notfalls die Polizei informieren.

Sollte der Patient lediglich über Suicidgedanken sprechen - Alltag in der psychiatrischen Praxis - bewegt sich der Arzt in einer Grauzone, in welcher er zwischen dem grundgesetzlich festgelegten Schutz des persönlichen Lebens- und Geheimnisbereiches oder der Gefahr für andere abwägen muss. Ein solcher Fall wird aktuell von Ärzten, Ethikern und Juristen anlässlich des durch den Suicid des Co-Piloten des Germanwings-Airbus verursachten Flugzeugabsturz mit 150 Toten im März 2015 kontrovers diskutiert.


Borreliose

PD Dr. Dieter Hassler, modifiziert nach O. Bitzer

Borrelieninfektionen sind die häufigsten zeckenübertragenen Infektionen überhaupt. Im Mittel sind etwa 15% der Zecken, die an Menschen saugen, mit Borrelien infiziert, aber nur etwa 4% aller Zeckenstiche verursachen eine derartige Infektion. Borrelien werden in erster Linie von Schild-Zecken (bei uns Ixodes ricinus, „gemeiner Holzbock“) zwischen verschiedenen Mäusegenerationen weitergegeben. Hier spielt eine Besonderheit des Mäuse-Immunsystems eine Rolle: Die Maus erkrankt an der Borrelieninfektion nicht, sie lässt sogar eine lebenslängliche Bakteriämie zu. Dadurch können die im Mäuseblut zirkulierenden Borrelien jederzeit von Zecken wieder aufgenommen werden. Befällt eine infizierte Zecke (Nymphe oder adulte Zecke) den Menschen, können beim Blutsaugen Borrelien aus den Speicheldrüsen der Zecke übertragen werden. Der Mensch spielt eigentlich im natürlichen Zyklus der Borrelien keine Rolle, aus Sicht des Erregers ist er sogar eine epidemiologische Sackgasse. Immunologisch unterscheidet sich der Mensch jedoch von der Maus: Er toleriert den Erreger nicht, sondern attackiert diesen – er erkrankt und zeigt mehr oder weniger starke klinische Symptome.
In aller Regel wird diese Infektion zunächst durch ein Erythema migrans (Wanderröte) an der Stichstelle sichtbar, bevor es zu einer Erregergeneralisation kommt.

Durch adäquate Zeckenentfernung lassen sich viele Infektionen verhindern.

Die Klinik der Borrelieninfektion ist äußerst vielfältig, im Spätstadium ist eine Kombination von Allgemeinsymptomen wie Nachtschweiß und Abgeschlagenheit mit Symptomen am Bewegnungsapparat (Myalgien, Arthralgien) typisch.

Die Diagnostik (s.u.) stützt sich neben der klinischen Symptomatik vor allem auf serologische Testverfahren, deren Durchführung und Interpretation inzwischen standardisiert sind.

Die Borreliose kann in jedem Stadium erfolgreich antibiotisch therapiert (s.u.) werden. Bei der frischen Infektion genügt eine orale Therapie, im chronischen Stadium sind intravenöse Therapieregime notwendig.

Eine generelle antibiotische Prophylaxe nach Zeckenstich wird abgelehnt (Landesarbeitsgruppe zeckenübertragene Erkrankungen Baden-Württemberg) und stattdessen initial eine Untersuchung der Zecke/n mittels PCR auf Borrelien empfohlen (35€ Selbstkostenpreis!). Nur bei positivem Nachweis (ca. 4%) ist eine antibiotische Prophylaxe gerechtfertigt, da sonst 96% aller Patienten unnötig behandelt werden. Prospektive Untersuchungen haben gezeigt, dass in Endemiegebieten etwa 500 pro 100 000 Einwohner jährlich an einer Borreliose neu erkranken (Hassler, Habilitationschrift). Diese Erkrankungsrate konnte durch adäquate Zeckenentfernung auf 85 pro 100 000 gesenkt werden. Unterbleibt die Untersuchung der Zecke auf Borrelien, muss jedoch eine ggf. 7-14 Tage später auftretende Wanderröte (Erythema migrans) als primäre klinische Manifestation einer Borrelieninfektion umgehend und adäquat mit Antibiotika behandelt werden.

Diagnostik

  • Grundsätzlich wir empfohlen, die den Menschen befallene/n Zecke/n mittels PCR auf Borrelien  (direkter Erregernachweis) zu untersuchen (IGeL-Leistung 35€ Selbstkostenpreis).
  • Ein Erythema migrans wird grundsätzlich ohne Serologie behandelt, ein Erregernachweis mittels PCR oder Kultur aus Hautbiopsien wäre möglich, ist aber in der Regel nicht notwendig.
  • Bei Verdacht auf Borrelieninfektion in der Generalisationsphase ist die Serologie (IFT, ELISA, Westernblot/Immunoblot) oft hilfreich, kann aber zu Beginn noch negativ sein. Daher ggf. Wiederholung nach zwei bis drei Wochen.
  • Bei Verdacht auf Neuroborreliose (mit ZNS-Beteiligung) ist eine Liquorpunktion mit Nachweis autochtoner Antikörperbildung beweisend.
  • Bei chronischen Infektionen mit Symptomen des Spätstadiums, vor allem bei Gelenkbeteiligungen, sind zwingend IgG-Antikörper notwendig, um die Diagnose einer Borreliose zu rechtfertigen, seronegative Borreliosen im Spätstadium gibt es nicht. Der Erregernachweis gelingt dagegen nur in Ausnahmefällen, am ehesten aus Synoviabiopsien.
  • Bei der Acrodermatitis (ACA) ist ein Erregernachweis mittels PCR oder Kultur problemlos aus Hautbiopsien möglich. Diese Technik erlaubt bei der ACA auch eine Therapiekontrolle.
  • Der immer wieder empfohlene sog. Lymphozytentransformationstest (LTT) liefert leider oft falsch-positive Ergebnisse und kann derzeit nicht empfohlen werden.

Therapie

  • Die Therapie der Borreliose ist ebenso wie die Diagnostik stadienabhängig.
  • Wenn die entfernte/n Zecke/n von Borrelien befallen sind (Nachweis mittels PCR), ist eine prophylaktische antibiotische Therapie auch ohne klinische Symptomatik angezeigt, z.B. Doxyyclin 200 mg oder Amoxicillin 3x750-1000mg täglich für 10 Tage.
  • Die frischen Infektionen (Erythema migrans und Lymphozytome) werden beim Erwachsenen mit Doxycyclin 2-3x100 mg täglich über 20 Tage therapiert. Alternativen sind: Amoxicillin 3x750mg bis 4x1g/20 Tage, Cefuroximaxetil 2-3x500 mg/20 Tage oder Azithromycin 500 mg/10 Tage.
  • Bei Kindern und Jugendlichen wird mit Amoxicillin (3-4x tgl. 15mg/kg KG) oder Cefuroximaxetil 2-3x tgl. 6mg/kg KG) therapiert (gewichtsadaptiert, 20 Tage), da Doxycyclin bei Kindern nicht eingesetzt werden kann. Alternative ist Azithromycin (1x tgl. 6mg/kg KG) über mindestens 10 Tage.
  • Borrelien-Infektionen im Stadium der Generalisation mit Allgemeinsymptomatik können prinzipiell genauso wie frühe Infektionen behandelt werden.
  • Im chronischen Stadium sind orale Therapieversuche zwecklos, nur die intravenösen Therapieregime sind gesichert wirksam. Insbesondere bei (V.a.) ZNS-Beteiligung (Neuroborreliose) muss eine intravenöse Therapie erfolgen (beim Erwachsenen Cefotaxim 2x3-4g tgl./15-21 Tage oder Ceftriaxon 1x2-4g tgl./14-21 Tage, bei Kindern gewichtsadaptiert). Bei Cephalosporinallergie bleiben als Alternative nur Penicilline oder Imipenem.                                
    ► Cefotaxim (Claforan®) 2x tgl. ist Ceftriaxon (Rocephin®) 1x tgl. bezüglich Wirksamkeit und Verträglichkeit vorzuziehen.
  • Nach durchgeführter Therapie kann der Therapieerfolg sowohl klinisch als auch durch eine wiederholte Labordiagnostik geprüft werden (6 Monate nach Therapie – die Heilungs- und Reparaturprozesse dauern relativ lange!).

Siehe auch unter „Was tun nach Zeckenstich?“

Links:


Darmkrebs – Vorsorge schützt davor!

Darmkrebs ist eine der häufigsten Krebserkrankungen in den westlichen Industrieländern und tritt viel häufiger auf, als Sie denken! Jährlich erkranken rund 73000 Menschen neu an Darmkrebs und ca. 27000 Menschen (also jeder dritte!) sterben daran. Im Laufe ihres Lebens erkranken in Deutschland 6 von 100 Menschen (6%) an Darmkrebs; das ist jeder Siebzehnte von uns. Frauen wie Männer sind dabei gleichermaßen betroffen. In der Häufigkeit rangiert Darmkrebs bei beiden Geschlechtern an zweiter Stelle, zusammengenommen ist Darmkrebs die häufigste Krebsform in Deutschland!

Diese Zahlen sind umso erschreckender, da Darmkrebs – im Gegensatz etwa zum Lungekrebs – durch Früherkennung nahezu komplett verhindert bzw. geheilt werden kann.

Das Tückische an Darmkrebs ist, dass er oft jahrelang im Darm wächst und größer wird, ohne Symptome zu verursachen. Erste Anzeichen können auch leicht mit anderen, harmlosen Beschwerden verwechselt werden. Da die Heilungschancen entscheidend davon abhängen, dass ein bösartiger Tumor so früh wie möglich entdeckt wird, sind Vorsorgeuntersuchungen bei Darmkrebs ganz besonders wichtig.

Beschwerden im Magen-Darm-Bereich, wie etwa häufige Verstopfung, Krämpfe, wiederkehrende Durchfälle und v.a. auch das Auftreten von Blut im Stuhl, sollten immer durch einen Arzt abgeklärt werden. Dabei wird durch eine Spiegelung des Dickdarmes (sog. endoskopische Coloskopie) der gesamte Bereich vom Anus bis zum Dünndarm genauestens inspiziert; zusätzlich können Gewebeproben genommen und ggf. auch sog. Darmpolypen entfernt werden.

Darmtumoren wachsen langsam. Daher können sie, bis sie endlich Symptome verursachen, bereits ein Jahrzehnt unbemerkt gewachsen sein. Da sie jedoch häufiger zu Blutungen neigen, ist das Auftreten von sichtbarem Blut im Stuhlgang (sowohl hellrotes oder aber auch schwarzes) immer ein Warnzeichen. Es gilt der Grundsatz: Blut im Stuhl ist immer solange verdächtig auf das Vorliegen eines Darmtumors bis das Gegenteil bewiesen werden kann! Blut im Stuhl muss jedoch nicht immer für das bloße Auge sichtbar sein; es kann jedoch durch einen speziellen Schnelltest (sog. Hämoccult-Test) z.B. im Rahmen einer Krebsvorsorgeuntersuchung ausgeschlossen werden. Ein solcher Test wird von Ihrer Krankenkasse ab dem 45. Lebensjahr angeboten (für einen etwas genaueren sog. immunologischen Blutnachweis muss ein geringer Aufpreis bezahlt werden!). Ab dem 55. Lebensjahr wird diese Vorsorgeuntersuchung durch eine Spiegelung des Dickdarmes (sog. endoskopische Coloskopie) erweitert. Hierbei können Vorstufen eines späteren Tumors, sog. Darmpolypen, entdeckt und gleichzeitig auch entfernt werden, bevor dieser Jahre später zu einem bösartigen Krebs hätte entarten können.

Im Unterschied zu vielen anderen Krebsarten gibt es bei Darmkrebs die einmalige Chance, die Krankheit durch Vorsorgemaßnahmen komplett zu verhindern oder sie ein einem so frühen Stadium zu entdecken, dass sie geheilt werden kann. Ein früh entdeckter Darmkrebs, der sich noch nicht auf andere Organe ausgebreitet hat, ist heute zu 90-100 Prozent heilbar.

Mehr Informationen zu diesem Thema finden Sie unter: www.darmkrebs.de.


Elektro-Zigarette (E-Dampfen)

Das elektrische Rauchen oder E-Dampfen stellt eine Alternative zum herkömmlichen Rauchen dar. Es simuliert das Rauchen von Tabakprodukten wie Zigaretten, Zigarren und Pfeifen mit Hilfe eines kleinen elektrischen Gerätes, der elektrischen oder kurz E-Zigarette. Dabei wird eine Flüssigkeit, Liquid genannt, mit Hilfe eines Heizdrahtes erwärmt, so dass sie vernebelt wird und eingeatmet werden kann, wenn an dem Mundstück des Gerätes wie an einer Zigarette gezogen wird. Dieser Nebel wird umgangssprachlich „Dampf“ genannt. Das Dampfen bringt dem Nutzer mehrere Vorteile:

  • Der Konsum (auch der Passiv-Konsum) des Dampfes ist nach derzeitigem Wissensstand wesentlich weniger riskant als Tabakrauch, weil kein Verbrennungsvorgang stattfindet und dementsprechend die beiden besonders risikoreichen Stoffe Kohlenmonoxid und Teer gar nicht entstehen.
  • Weil das Inhalieren eines wohlschmeckenden Nebels und das Ausatmen des Dampfes dem Rauchen ähnelt, fällt der Umstieg sehr vielen Rauchern leicht und ist auch nachhaltig.

Das Gerät (E-Zigarette) besteht hauptsächlich aus folgenden Teilen:

  • dem Akku zur Stromversorgung samt passendem Ladegerät
  • dem Verdampfer, auch Atomizer genannt
  • dem Mundstück auf dem Verdampfer
  • und der Software, eben dem Liquid, das erwärmt, vernebelt und inhaliert wird

Es gibt eine große Vielfalt an Geräten, die sehr unterschiedlich aussehen und aufgebaut sind. Auch das Liquid gibt es in unzähligen Varianten. Das betrifft sowohl die Nikotinkonzentration, die die Konsumenten von Null bis sehr hoch wählen können, als auch die Geschmacksvarianten, denen fast keine Grenzen gesetzt sind.
Die Liquids, welche das flüssige Nikotin-Depot enthalten, unterliegen übrigens (noch) nicht der ges. Tabaksteuer, sodass E-Dampfen nicht nur wesentlich weniger gesundheitsschädlich, sondern auch erheblich billiger als Zigarettenrauchen ist.

Links:


Entfernung von Ohrpfröpfen (Ceruminalpfröpfen)

Die Spülung des äußeren Gehörganges („Ohrspülung“) wegen eines Ceruminalpfropfes ist eine vielfach ausgeübte Maßnahme. Sie wird i.A. von Allgemeinmedizinern und Ärzten anderer Fachrichtungen durchgeführt wie auch von nicht ärztlichen Personen, zum Beispiel im Rahmen der Altenpflege. Dagegen  entfernen HNO-Ärzte obturierende Ceruminalpröpfe (und/oder Fremdkörper) durch Absaugen unter Sicht (Ohrmikroskop), ggf. unter Zuhilfenahme von speziellen Instrumenten.

Grundsätzlich ist eine Absaugung unter Sicht (durch HNO-Ärzte) einer Ohrspülung ohne Sicht (durch sonstige Ärzte) vorzuziehen, bekanntlich jedoch nicht immer verfügbar (Nacht, Sonn- und Feiertage).

Im Prinzip ist die Gehörgangsspülung eine ärztliche Maßnahme mit einem gewissen Risiko. Die Durchführung dieser Maßnahme setzt daher voraus:

  • Anamnestische Befragung hinsichtlich früherer Mittelohrentzündungen, ggf. bekannter Trommelfellschäden
  • Gehörgangsspiegelung vor der Spülung - bei kompletter Obturation des Gehörganges ist das Trommelfell jedoch nicht sicht-/beurteilbar
  • Risikoaufklärung hinsichtlich möglicher Trommelfellverletzungen durch die Spülung, auch bei vermutlich intaktem Trommelfell (z.B. bei bestehenden Narben)
  • Therapieaufklärung, Hinweise auf andere Möglichkeiten der Ceruminalpfropfentfernung etwa durch Absaugen, instrumentelle Entfernung (Zange, Schlinge) durch HNO-Ärzte
  • Verzicht auf die Spülung und Wahl eines anderen Verfahrens bei bekannter Vorschädigung des Trommelfells beziehungsweise des Mittelohrs
  • Spülung nach folgendem Verfahren:
    • Vor der Spülung ggf. Aufweichen mittel Ceruminallösung (Cerumenex, Otiex)
    • Spülung mit lauwarmem Wasser mittels 20ml Luer-Lock-Spritze und aufgeschraubtem Butterfly-Venenpunktionsbesteck (G21 oder größer) ohne Punktionskanüle (vorher bis auf 10cm Länge abschneiden)
    • Der weiche flexible Venülenschlauch kann nun unbesorgt in den Gehörgang eingeführt werden (keine Verletzungsgefahr!). Von Vorteil ist dabei, dass das vordere Schlauchende direkt vor oder sogar in den (aufgeweichten) Cerumenpfropf zu Liegen kommt und dieser dann durch die Spülung mit Wasser von innen her zerfällt.
  • Die Spülung selbst kann beim Patienten passagere Schwindelerscheinungen hervorrufen.
  • Gehörgangsspiegelung nach erfolgter Spülung
  • Bei Verdacht auf Spülungskomplikation: Untersuchung des Trommelfells mit dem Ohrmikroskop und Audiogrammkontrolle (durch HNO-Arzt)

Wird dieses Prozedere nicht eingehalten, so wäre dies grundsätzlich fehlerhaft. Zu relativieren sind diese strengen Maßstäbe jedoch in Fällen wiederholter oder regelmäßiger Spülungen bei bekannten Personen (zum Beispiel in der Altenpflege).


Erkältungskrankheiten

80-90% aller Erkältungskrankheiten (meist in der kalten Jahreszeit von November bis Februar) sind viral und nicht bakteriell bedingt und sollten infolgedessen nicht mit Antibiotika behandelt werden.

In Deutschland werden allerdings im europäischen Ländervergleich zuviel Antibiotika eingesetzt und innerhalb von Deutschland liegt Rheinland-Pfalz mit an der Spitze.

Unbedingt nötig sind Antibiotika

  • bei einer bakteriellen Lungenentzündung (Pneumonie)
  • einer Hirnhautentzündung (Meningitis)
  • Harnwegsinfektionen (Cystitis, Pyelonephritis)
  • sowie einer eitrigen Mandelentzündung (Angina tonsillaris) mit Streptokokken vom Typ A (Erreger des Scharlachs).

Besonders oft eingesetzt werden die Mittel allerdings bei

  • fiebriger Erkältung
  • Hals- und Mittelohrentzündungen.

Bei der akuten Mittelohrentzündung bestimmt das Kindesalter die Therapie mit. Ist der kleine Patient noch keine sechs Monate alt, muss sofort ein Antibiotikum gegeben werden, weil das Risiko für schwere Infektionen (z.B. Meningitis) und für später wiederholt auftretende Mittelohrentzündungen in diesem Alter größer ist. Bei Kindern zwischen einem halben und zwei Jahren ist der klinische Befund dafür ausschlaggebend, bei älteren Kindern kann abgewartet und zunächst symptomatisch behandelt werden (abschwellende Nasentropfen, Schmerzmittel, Schleimlöser). 80-90% dieser Infekte bessern sich auch ohne Antibiotikum schon nach 48 Stunden deutlich.

Gelb-grünes (eitriges) Sekret (Schleim), oft übelriechend und dickflüssig aus Ohr (Otorrhoe), Nase (Rhinorrhoe), Rachen und Bronchien (Expektorat/Auswurf) weisen auf einen Infekt bakterieller Ursache hin, farbloser oder heller Schleim sind dagegen für virale Infekte typisch. Bei einer Rachen- bzw. Mandelentzündung kann im Rachenabstrich ein Schnelltest auf Streptokokken vom Typ A (typische Erreger der bakteriellen Angina tonsillaris und des Scharlach) durchgeführt werden. Im Zweifelsfall weisen ein hohes C-reaktives Protein (CRP-Schnelltest) sowie eine Vermehrung der weißen Blutkörperchen (sog. Leukozytose mit Linksverschiebung) auf eine bakterielle Ursache der Erkrankung hin.

Gegen Viren, die oft Husten und Schnupfen mit und ohne Fieber (also typische Erkältungssymptome) auslösen, können Antibiotika nichts ausrichten. Im Gegenteil führt falscher und zu häufiger Antibiotikaeinsatz bei Mensch (wie auch beim Tier) zunehmend zu Resistenzen, Unverträglichkeiten und Allergien, schädigt die gesunde Darmflora (physiologische Darmbakterien), führt oft zu Durchfällen und Pilzerkrankungen sowie zu Übergewicht und schwächt generell das körpereigene Abwehrsystem.

Besonders gefürchtet ist die sog. antibiotikaassoziierte Kolitis oder pseudomembranöse Kolitis, wenn die Darmflora durch Antibiotika (v.a. Clindamycin, Chinolone, Breitspektrum-Penicilline und Cephalosporine)  so sehr geschädigt wird, dass sich auf diese Weise das Bakterium Clostridium difficile sehr stark vermehren kann. Die von den Clostridien ausgeschiedenen Toxine verursachen dann Fieber, Bauchschmerzen, Durchfall und Flüssigkeitsverlust. Zur Beseitigung des auslösenden Erregers Clostridium difficile stehen in diesem Fall nur noch die Reserve-Antibiotika Metronidazol und Vancomycin (ggf. auch kombiniert anzuwenden) zur Verfügung.

Nach einer Antibiotikatherapie kann es sinnvoll bzw. angezeigt (z.B. wenn es als Folge zum Durchfall gekommen ist) sein, die geschädigte bzw. gestörte Darmflora schnell wieder aufzubauen. Dafür stehen mit Perenterol (Hefebakterien) oder Omniflora N (Milchsäurebakterien) wirksame Präparate zur Verfügung (Verordnung jedoch nicht zu Lasten der GKV!).

Während Antibiotika also möglichst gezielt eingesetzt werden, um die bestmögliche Wirkung zu erreichen, können viral bedingte Erkältungskrankheiten nur symptomatisch behandelt werden (z.B. mit Paracetamol, Acetysalicylsäure, Ibuprofen, abschwellenden Nasentropfen, Schleimlöser, Hustenmittel etc.). In diesem Fall erbringt das körpereigene Immunsystem die wichtigste Abwehr- und Heilleistung – das braucht jedoch etwas (mehr) Zeit nach dem Motto:

„Eine (virale) Erkältung dauert mit Arzt (und Medikamenten) 7 Tage und ohne Arzt 1 Woche.“

Weitere unterstützende Massnahmen:

  • körperliche Schonung (ggf. Arbeitsbefreiung)
  • Ruhe (Bettruhe nur bei Fieber)
  • wann immer möglich frische Luft (z.B. Spaziergänge)
  • viel Trinken (z.B. frische Obstsäfte, Tee)
  • leichte Kost
  • wenig Alkohol
  • keinesfalls rauchen

Vom Herbst bis zum Frühjahr kann die Einnahme von Vitamin C (1x Messerspitze reine Ascorbinsäure täglich) sowie Vitamin D (20000 IE Colecalciferol = Dekristol 1x pro Woche) zur Stärkung des Immunsystems uneingeschränkt empfohlen werden.

Links:


Ernährungsmedizin

In heutiger Zeit wird im Vergleich zu den sog. „schweren oder (Hunger)-Zeiten der Kriegs- und Nachkriegsjahre“ unsere Ernährung nicht mehr durch einen Mangel sondern im Gegenteil durch einen Überfluss, leider oft verbunden mit einem Mangel an Qualität bestimmt.

So sind im Vergleich zu den sonstigen Lebenshaltungskosten die Preise für Nahrungsmittel in den letzten Jahren am wenigsten gestiegen. Die Niedrigpreisschlachten der Discountermärkte sorgen zwar einerseits dafür, dass niemand mehr in unserem Land „hungern“ muss, andererseits jedoch auch dafür dass die Qualität der Lebensmittel immer mehr nachlässt.

Unser gegenwärtiges Ernährungsproblem ist es nicht mehr wie früher, nicht satt zu werden, sondern im Überfluss des Nahrungsangebots gesund zu bleiben.

Ernährungsbedingtes Übergewicht ist jährlich im Steigen begriffen und primär oder sekundär für eine Vielzahl schwerer Erkrankungen verantwortlich, z.B.

  • Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus)
  • Fettstoffwechselstörung (Hypertriglyceridämie)
  • Bluthochdruck (Hypertonie)
  • Koronare Herzkrankheit & Herzinfarkt
  • Hirndurchblutungsstörungen & Schlaganfall
  • Herzschwäche (Herzinsuffizienz)
  • Generelle Gefäßverengung durch Arteriosklerose (Atheromatose)
  • Gallenblasensteine (Cholezystolithiasis)
  • Gelenkverschleiß (Arthrose)
  • Muskelschwäche
  • Einschränkung der Beweglichkeit
  • Geschwollene Beine (Ödeme)
  • Leistungsschwäche (allgemein)
  • Schlafstörungen (z.B. Schlaf-Apnoe-Syndrom)
  • Hauterkrankungen (z.B. Pilzerkrankungen)
  • Psychische und psychosomatische Erkrankungen
  • Krebs (?)

Dabei nimmt die deutsche Bevölkerung im Vergleich zu den anderen Industrienationen leider eine negative Spitzenposition ein, insbesondere das Übergewicht schon bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen betreffend. Anm.: Bei den Amerikanern gibt es zwar viele extrem fettleibige Menschen, die man bei uns so oft nicht findet, im Durchschnitt ist die deutsche Bevölkerung jedoch übergewichtiger als die amerikanische.

Neben dem Übergewicht ist unsere Ernährung jedoch oft auch durch einen Mangel an Qualität gekennzeichnet. Dies betrifft insbesondere die oft nicht ausreichende Versorgung mit Vitaminen, Mineralien, Spurenelementen und sekundären Pflanzenstoffen

Als Folge können auftreten:

  • Störungen des blutbildenden Systems (Anämie)
  • Störungen des Immunsystems (Infektanfälligkeit)
  • Störungen im Knochenaufbau (Osteoporose)
  • Blutgerinnungsstörungen
  • Gefäßerkrankungen
  • Leistungsschwäche (allgemein)
  • Krebs

Falsche Ernährungsweisen (z.B. „fast food“, „junk food“) und die Verwendung von vorkonfektionierten Lebensmitteln beim Kochen („functional food“) sowie zu wenig frisches Gemüse und Obst, der Gebrauch minderwertiger Fette und Öle, industriell manipulierte Lebensmittel, zu viel Fett- und Zuckerprodukte etc. führen zu kalorischer Über- und orthomolekularer Unterversorgung.

Aufgrund der erheblichen gesundheitsökonomischen Bedeutung nimmt sich unser Praxisteam in besonderem Maß dem Thema Ernährungsmedizin an.

Wir bieten unseren Patienten an:

  • Body-Check zur Feststellung der relevanten ernährungsbedingten Parameter
  • Ernährungsberatung und ggf. Planung eines Ernährungsprogramms zur Gewichtsreduktion (z.B. xlim MED) bzw. zum Ausgleich einer orthomolekularen Mangelversorgung (z.B. Juice PLUS+)
  • Kontinuierliche ärztliche Betreuung im Rahmen eines Ernährungsprogrammes zur Gewichtsreduktion
  • Implementierung einer bewussten, gesunden, genussvollen, hochwertigen, frischen und regionalen Ernährung („slow food“)

Nahrungsergänzung mit Juice PLUS+

Wir empfehlen in unserer Praxis aus eigener bester Erfahrung Juice PLUS+ als sinnvolle und gesunde ganzheitliche Nahrungsergänzung mit natürlichen Vitaminen, sekundären Pflanzenstoffen und Mineralien. Die Produkte werden aus vollreifem, unbehandeltem Obst mittels eines patentierten gefrier-getrockneten Verfahrens hergestellt und können somit anwendungsfreundlich in Form von Kapseln (für Erwachsene) oder Fruchtgummis (für Kinder) eingenommen werden.

Mehr dazu…

Gewichtsreduktion mit unserem xlim MED-Konzept

Zusammen mit der Herstellerfirma biomo haben wir das o.g. sog. xlim MED-Konzept zur bilanzierten, kontrollierten und substituierten Gewichtsabnahme entwickelt, mit welchem Sie bei entsprechender Motivation und Kooperation sicher Ihr Zielgewicht erreichen werden.

Mehr dazu…

Funktionstraining

Funktionstraining kommt für behinderte und von Behinderung bedrohte Menschen in Betracht, um sie unter Beachtung der spezifischen Aufgaben des jeweiligen Rehabilitationsträgers möglichst auf Dauer in die Gesellschaft und das Arbeitsleben einzugliedern. Insbesondere kann Funktionstraining bei Erkrankungen oder Funktionseinschränkungen der Stütz- und Bewegungsorgane angezeigt sein.

Ziel des Funktionstrainings ist der Erhalt und die Verbesserung von Funktionen sowie das Hinauszögern von Funktionsverlusten einzelner Organsysteme/Körperteile, die Schmerzlinderung, die Bewegungsverbesserung, die Unterstützung bei der Krankheitsbewältigung und die Hilfe zur Selbsthilfe. Hilfe zur Selbsthilfe hat zum Ziel, Selbsthilfepotentiale zu aktivieren, die eigene Verantwortlichkeit des behinderten oder von Behinderung bedrohten Menschen für seine Gesundheit zu stärken sowie ihn zu motivieren und in die Lage zu versetzen, langfristig selbstständig und eigenverantwortlich Bewegungstraining im Sinne eines angemessenen Übungsprogramms durchzuführen, z. B. durch die weitere Teilnahme an Bewegungsangeboten auf eigene Kosten.

Funktionstraining wirkt besonders mit den Mitteln der Krankengymnastik und/oder der Ergotherapie gezielt auf spezielle körperliche Strukturen (Muskeln, Gelenke usw.) der behinderten oder von Behinderung bedrohten Menschen, die über die notwendige Mobilität sowie physische und psychische Belastbarkeit für bewegungstherapeutische Übungen in der Gruppe verfügen, ein. Funktionstraining ist im Wesentlichen organorientiert.

Funktionstraining umfasst bewegungstherapeutische Übungen, die in der Gruppe unter fachkundiger Leitung vor allem durch Physiotherapeuten/-innen / Krankengymnasten/-innen / Ergotherapeuten/-innen im Rahmen regelmäßig abgehaltener Übungsveranstaltungen durchgeführt werden. Das gemeinsame Üben in festen Gruppen ist Voraussetzung, um gruppendynamische Effekte zu fördern, den Erfahrungsaustausch zwischen den Betroffenen zu unterstützen und damit den Selbsthilfecharakter der Leistung zu stärken. Neben den bewegungstherapeutischen Übungen können Gelenkschutzmaßnahmen und die Einübung im Gebrauch technischer Hilfen und von Gebrauchsgegenständen des täglichen Lebens Bestandteil des Funktionstrainings sein.

Links:


Grippale Infekte

Siehe Erkältungskrankheiten


Hitze im Sommer


Hochdosierte Vitamin-C-Infusion

Unsere „Vitaminbombe“, die bei vielen Krankheiten und Erschöpfungszuständen rasche Besserung bringt!

Wir setzen sie besonders ein bei verschleppten Infekten, bei gestörtem Immunsystem, rheumatischen Erkrankungen, Erschöpfung, aber auch im Rahmen von Tumorerkrankungen sowie in der Tumornachbehandlung.

Eine Behandlung mit Vitamin C in dieser Dosierung ist in Tablettenform nicht möglich, da Vitamin C nur in niedriger Dosierung aus dem Darm resorbiert wird.

Indikation:

  • Alle akuten und chronischen Infekte
  • Besonders hartnäckige oder rezidivierende Infektionen
  • Gestörtes oder schwaches Immunsystem
  • Vorbeugung gegen grippale Infekte und Virusgrippe
  • Rheumatische Erkrankungen mit Schmerzzuständen
  • Erschöpfungssyndrome
  • Gefäßschutztherapie bei Herzpatienten (KHK) und Diabetikern
  • Tumorpatienten (auch bei Chemotherapie, Bestrahlungstherapie)
  • Raucher

Art der Anwendung:

  • 3 mal wöchentlich (je nach Indikation auch täglich) hochdosiert 7,5 g (oder 15 g) Vitamin C als Infusion in 250 ml NaCl Infusionslösung
  • Infusionsdauer ca. ½ bis 1 Std.
  • insgesamt 5-15 Injektionen

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Höhenkrankheit

Höhenkrankheit mit all ihren Ausprägungen kann nicht zu 100% verhindert werden.

Die beste Präventivmaßnahme ist der langsame Höhengewinn. Die Schlafhöhe sollte nicht mehr als 500m über der Schlafhöhe des Vortages liegen. Nach 1000m Höhengewinn wird ein Tag ohne weiteren Höhengewinn empfohlen.

Die Dehydration scheint dabei keinen oder nur einen geringen Einfluß zu haben. Gleichwohl muss auf ausreichenden Flüssigkeitsersatz aus anderen Gründen, z.B. Thrombosegefährdung geachtet werden.

Schneller Höhengewinn ist der größte Risikofaktor. Aber auch Alter und Geschlecht spielen eine Rolle, Frauen erkranken häufiger als Männer und Personen über 35 Jahren sind weniger betroffen als jüngere.

Dexamethson und Diamox

Diamox ist nebenwirkungsarm und wird zur Vorbeugung der akuten Höhenkrankheit, aber nicht zur Behandlung der schweren Formen Höhenlungenödem und Höhenhirnödem eingesetzt. Diamox ist ein Diuretikum = entwässerndes Mittel, Carboanhydrasehemmer, Acetazolamid, Tbl. zu je 250mg, wirksam z.B. beim erhöhten Augeninnendruck und bei allen Formen von Ödemen, eine Nebenwirkung = metabolische Azidose ist in der Höhe von Vorteil. Grund: Aufgrund der Hyperventilation durch den niedrigen Sauerstoffpartialdruck kommt es regelmäßig zur hyperventilatorischen Alkalose = vermehrtes Abatmen von Kohlendioxid = Verlust von Säurevalenzen = Alkalose. Hierdurch bedingt wird das Atemzentrum weniger stimuliert und damit ein sog. Schlaf-Apnoe-Syndrom ausgelöst, was sehr oft für Leistungsabfall und Kopfschmerzen und somit der ersten Phase der Höhenkrankheit verantwortlich ist. Eine weitere Nebenwirkung = Kaliumverlust kann sehr gut durch das Essen von Trockenfrüchten ausgeglichen werden. Auf zusätzliche Flüssigkeitszufuhr ist zu achten.

Bergsteiger, welche sehr schnell in große Höhen wollen, beginnen ab einer Höhe von 3500m mit 2x1/2 Tbl. 250mg bis zur Akklimatisation bzw. zum Abstieg.

Fazit: Wir können die Anwendung von Diamox für Fälle, in welchen die normale Akklimatisationzeit nicht gegeben ist, mit den o.g. Einschränkungen empfehlen.

Dexamethason in parenteraler Form (8-32mg in FSp. unter die Haut appliziert) wird zwar von vielen Bergsteigern für den Gipfelanstieg in extremer Höhe ab 5500m angewendet, kann jedoch nicht generell empfohlen werden. Der geringe Vorteil (zusätzliche Bereitstellung von körpereigener Energie, antiödematöse und gefäßabdichtende Wirkung) ist mit meist erheblichen Nebenwirkungen (Infektanfälligkeit, Störung des Zuckerstoffwechsels, Magen- und Darmgeschwüre) verbunden. Hauptnachteil ist jedoch, dass bei Verabreichung des Mittels zur Leistungssteigerung (Dopingmittel!) die Substanz kaum noch zur Behandlung des Höhenhirnödems eingesetzt werden kann.

Fazit: Wir lehnen die prophylaktische Anwendung von Dexamethason zur Leistungssteigerung in der Höhe ab.


K.O.-Tropfen


Kinetose (Bewegungskrankheit)

Die sogenannten Kinetosen (Bewegungskrankheiten) treten meist auf See (Schiffe), aber auch in der Luft (Flugzeuge) und zu Lande (Autos, Busse, Schienenfahrzeuge) auf. Sie sind Folge eines sog. „sensory mismatch“, also eines „sensorischen Durcheinanders“, hervorgerufen durch sensorische Signale aus den Stellungsrezeptoren von Muskulatur und Gelenken sowie dem Gleichgewichtsorgan, welche nicht zum optische Eindruck passen. Mit solchen Differenzen kommt der menschliche Organismus weniger gut zurecht – allerdings mit erheblichen individuellen Unterschieden.

Symptome:

  • Stress (vermehrte Ausschüttung von Adrenalin, Histamin und Cortisol)
  • Übelkeit (v.a. bedingt durch das o.g. Histamin)
  • Erbrechen (als Folge der Übelkeit)
  • Schwindel (als Folge der Gleichgewichtsstörung, ggf. auch Kreislaufdysfunktion)
  • Durchfall (als Folge der neurovegetativen Dysfunktion)
  • Psychische Beschwerden (Angst, Depression, Hysterie)

Erfahrungsgemäß sind Frauen erheblich häufiger und intensiver von der Kinetose betroffen als Männer - Frauen verfügen generell über die empfindlicheren Sensoren, sind also sensibler. V.a. jüngere Frauen leiden oft besonders heftig. Je älter der Mensch wird und je weniger empfindlich sein Nervensystem aufgrund der allgemeinen Alterung reagieren kann, desto weniger häufig kommt es zur Kinetose. Im Gegensatz dazu haben kleine Kinder bis zum Schulalter meistens überhaupt keine Probleme damit (wie „Achterbahnfahren“).

Therapie:

  • möglichst frühzeitig!
  • vorbeugend Ingwer (in Form von Tee, Gewürz oder kandiert), ingwerhaltige Medikamente, Vertigoheel, Vertigo Hevert SL oder Cinnarizin (Stutgeron®) 75mg (TD bis 150mg) → Cave: Depressionen, M. Parkinson, Müdigkeit, anticholinerge Nebenwirkungen
  • Magen nicht ganz leer (leichte Kost), allerdings histaminhaltige Lebensmittel vermeiden, z.B. Thunfisch, Salami)
  • kein/wenig Alkohol (ein beruhigendes nicht zu kaltes Bier kann jedoch nützlich sein)
  • auf einem Schiff möglichst mittig und unten aufhalten (der beste Platz ist meistens in der Nähe des Schiffshospitals)
  • entweder im Liegen oder Sitzen Horizont fixieren (in die Ferne schauen) oder aber liegen/schlafen und Augen schließen (optisches Sinnesorgan ausschalten)
  • genügend Schlaf, Vermeidung von zusätzlichem Stress
  • Dimenhydrinat (Vomex®) 50mg oral (TD bis 400mg) bzw. 150mg Supp. (TD 450mg), ggf. auch parenteral (Vomex®100mg) i.m. (TD bis 400mg) → Cave: Müdigkeit, Somnolenz, anticholinerge Nebenwirkungen
  • Arlevert® (Dimenhydrinat 40mg+Cinnarizin 20mg - TD bis 200mg/100mg)
  • Scopolamin (Scopoderm TTS Membranpflaster® - Wirkdauer 72 Stunden) → Cave: Engwinkel-Glaukom, ggf. Halluzinationen, typische anticholinerge Nebenwirkungen
  • in besonders hartnäckigen Fällen mit psychischer Überlagerung Promethazin (Atosil®) 50mg parenteral i.m., ggf. Haloperidol (Haldol®) 5mg parenteral i.m.

Die akute Kinetose, v.a. die Seekrankheit, wird von den Betroffenen als äußerst unangenehm empfunden. Bei rechtzeitiger Therapie kann die Symptomatik jedoch effektiv behandelt werden. Und wenn alles nicht hilft, zeigt die Erfahrung: „Das beste Mittel gegen Seekrankheit ist ein Spaziergang an Land!“ und wenn das nicht möglich ist: Nach zwei bis drei Tagen gewöhnt sich der Körper meist daran und die Seekrankheit hört von alleine auf.

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Lumbago (Hexenschuß)

Das Leitsymptom bei der Lumbago (Syndrom) ist die Lumbalgie (Symptom), der Schmerz in der Lendenwirbelsäule bzw. im lumbo-sakralen Übergang. Eine Einschränkung der Beweglichkeit der Lendenwirbelsäule ist meist begleitend vorhanden, von diskreten Befunden bis hin zur schmerzbedingten, fast vollständigen Bewegungsunfähigkeit. Eine Schmerzausstrahlung in das Bein gehört nicht typisch zum Bild bei der reinen Lumbago, eindeutige neurologische Ausfallserscheinungen fehlen, ausstrahlende Schmerzen in das Gesäß bzw. in die Beine können jedoch trotzdem vorhanden sein (sog. pseudoradikuläre Symptomatik). Davon abzugrenzen ist der Begriff der Ischialgie, bei der eine radikuläre Schmerzausstrahlung in das Bein vorliegt. Liegen Schmerzen in der Lendenwirbelsäule kombiniert mit ausstrahlenden Schmerzen in das Bein vor, spricht man von der Lumboischialgie. Ischialgien und Lumboischialgien werden meistens durch krankhafte Bandscheibenveränderungen verursacht.

Die Ursachen von Schmerzen in der Lendenwirbelsäule (Lumbago) sind vielfältig, in einigen Fällen liegen zwar degenerative Veränderungen im Bereich der unteren Wirbelsäule ursächlich zugrunde, eine Lumbago kann jedoch auch bei jungen gesunden Menschen auftreten. Die typische Lumbago ist pathogenetisch in den meisten Fällen nicht strukturell sondern funktionell bedingt.

Typische klinische Befunde:

  • Akute schmerzbedingte Schon-Fehl-Haltung (Steilstellung, oft mit skoliotischer Seitverbiegung)
  • Eingeschränkte bzw. aufgehobene Beweglichkeit im Bereich lumbo-sacraler Übergang (LWS-Becken)
  • Liegen und Sitzen schmerzhaft, Lageveränderungen schmerzbedingt nahezu unmöglich, Stehen und Gehen noch am wenigsten schmerzhaft
  • Hartspann der paravertebralen Muskulatur
  • Eher flächige Schmerzausstrahlung in Richtung Gesäß und Rückseite der Oberschenkel
  • Keine typische radikuläre Symptomatik (Laseague-Test negativ, Pseudo-Lasaegue positiv)
  • Keine neurologischen Ausfälle
  • Degenerative Wirbelsäulenveränderungen, frühere bzw. häufige Rückenschmerzen in der Anamnese

Weiterführende Diagnostik:

  • Die akute Lumbago ohne neurologische Ausfallserscheinung, ohne vorangegangenes Trauma und ohne relevante Begleiterkrankungen muss nicht unmittelbar einer bildgebenden Diagnostik zugeführt werden.
  • Bei länger anhaltenden Beschwerden werden Röntgenaufnahmen der Lendenwirbelsäule angefertigt. In Abhängigkeit von der Gesamtkonstellation kann natürlich bei Bedarf die Bildgebung mit Magnetresonanztomographie ergänzt werden.
  • Laboruntersuchungen sind sinnvoll, wenn neoplastische, rheumatologische oder infektiöse Ursachen der Lumbago vermutet werden oder ausgeschlossen werden sollen.

Therapie:

  • Die Behandlung der akuten Lumbago ist zunächst immer konservativ.
  • Die Akuttherapie besteht in einer schmerzadaptierten Analgesie mit einer Kombination von NSAR (unter Magenschutz) und peripher und/oder zentral wirksamen Analgetika.                               „
    Gerade zu Beginn möglichst ausreichende Analgesie erforderlich (schnelle Wiederherstellung der physiologischen Haltung und Bewegung und Ausschaltung des sog. Schmerzgedächtnisses)!
  • Muskelrelaxierende Medikamente können den natürlichen Heilverlauf effektiv unterstützen.
  • Besonders zu Beginn kann kurzfristige Ruhigstellung, u.U. im Stufenbett notwendig sein, anschließend jedoch so bald als möglich Mobilisierung. V.a. Gehen und Laufen erweisen sich hierbei als besonders nützlich  (Wiederherstellung der physiologischen  Bewegungsabläufe).                         „
    Ziel: Frühest möglich Alltagsaktivität erreichen!
  • Im weiteren Verlauf zunächst passive (Heißluft, Fango, ggf. Massage), so bald als möglich aktive Physiotherapie.
  • Langfristige Ruhigstellung, Vermeidung von Bewegung und lange Arbeitsunfähigkeiten haben erwiesenermaßen einen negativen Einfluss auf den Krankheitsverlauf.
  • In nur wenigen therapieresistenten Fällen werden sonstige invasive bzw. operative Maßnahmen notwendig werden.

Analgesie (lt. Nationaler Versorgungs-Leitlinie Kreuzschmerz (AWMF)):

  • Stufe 1: Paracetamol 500mg (TD bis 3g) oder Paracetamol mit Codein 500mg/30mg (TD bis 3g/180mg), Metamizol 500mg (TD bis 1,5g)
  • Stufe 2: Stufe 1 kombiniert mit NSAR (unter Magenschutz), z.B. Ibuprofen 600mg (TD bis 2,4g), Diclofenac 50mg (TD bis 150mg), Naproxen 500mg (TD bis 1,25g), ggf. auch dosisäquivalente Coxibe („off label“, 2. Wahl)
  • Stufe 3: Tramadol 100mg (TD bis 200mg), Tilidin/Naloxon 100mg/8mg (TD bis 200mg/16mg)
  • Muskelrelaxantien (Begleitmedikation): Diazepam 5mg (TD bis 10mg, z.B. ½-½-1) → Cave: Abhängigkeitspotential, Sturzgefahr, ggf. Methocarbamol (Ortoton®, DoloVisano®) 750mg (TD bis 4,5g), Orphenadrin (Norflex®) 100mg (TD bis 200mg), Tizanidin (Sirdalud®) 4mg (TD bis 12mg), Pridinol (Myoson direct®) 4mg (TD bis 24mg)
  • Antidepressiva (Begleitmedikation): Amitriptiylin 25mg (TD bis 150mg), Clomipramin 25mg (TD bis 150mg), Imipramin 25mg (TD bis 150mg), Trimipramin 25mg (TD bis 150mg)

Prognose:

Die Lumbago verursacht durch Arbeitsunfähigkeit, frühe Berentung sowie ausufernde diagnostische und therapeutische Maßnahmen erhebliche volkswirtschaftliche Kosten. Eine Überlagerung mit psychosomatischen Problemen ist häufig. Einer Chronifizierung der Lumbago muss frühzeitig vorgebeugt werden, denn lange Arbeitsunfähigkeiten, zu geringe Bewegung bzw. lange (Bett-)Ruhe) und ausschließlich medikamentöse Maßnahmen haben eine prognostisch ungünstige Bedeutung.

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Mayr-Kur

Bei der Franz-Xaver-Mayr-Kur (kurz: Mayr-Kur) handelt es sich in erster Linie um eine Methode der Naturheilkunde, um die Gesundheit zu fördern und den menschlichen Organismus zu entschlacken. Ihren Namen erhielt diese Kur von ihrem Erfinder Franz Xaver Mayr (1875–1965). Hauptsächlich geht es dabei darum, den Darm zu „sanieren“ und zu „entschlacken“ – eine Gewichtsreduktion steht nicht im Vordergrund, obwohl manche sich dieser Kur auch unterziehen, um abzunehmen.

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Nasenbluten (Epistaxis)

Bei Nasenbluten handelt es sich um Blutungen aus einem Blutgefäß der Nasenschleimhaut. In den meisten Fällen handelt es sich um ein Blutgefäß im vorderen Bereich des Nasenseptums (Locus Kieselbachii). In diesem Bereich befindet sich unmittelbar unter der Schleimhaut ein Gefäßgeflecht, das starken Beanspruchungen ausgesetzt ist. Durch trockenen Schnupfen, Verletzungen, zum Beispiel durch einen bohrenden Finger oder durch zu heftiges Schneuzen kann es, vor allem in diesem Bereich, zu Blutungen kommen. Nasenbluten ist in den meisten Fällen harmlos, in den seltensten Fällen ist das Aufsuchen eines Arztes notwendig. Es kann auch durch einen Schlag oder einen Sturz auf die Nase, durch trockene Schleimhäute auf Grund von zu trockenem Raumklima oder durch einen Infekt, wie eine Erkältung, zu Nasenbluten kommen. Auch bestimmte Medikamente oder schleimhautreizende Chemikalien können Nasenbluten auslösen. Nasenbluten kann auch durch Allgemeinerkrankungen, wie Blutungsneigung oder Bluthochdruck bedingt sein, es kann aber auch ohne erkennbare Ursache auftreten. Dieses sogenannte habituelle Nasenbluten kann zum Beispiel in der Pubertät ohne besonderen Grund auftreten. Seltenere Ursachen für Nasenbluten sind Schleimhautverletzungen durch Fremdkörper, ein Schädelbasisbruch oder Blutkrankheiten, wie Leukämie (Blutkrebs). Auch Tumore in der Nasenhöhle oder in den Nebenhöhlen können Nasenbluten verursachen. In seltenen Fällen, zum Beispiel bei Betroffenen mit mangelnder Blutgerinnung, kommt es durch Nasenbluten zu einem starken Blutverlust.

Um Nasenbluten zu vermeiden, sollten Sie Verletzungen der Nasenschleimhaut, zum Beispiel durch Nasenbohren, vermeiden. Wenn Sie unter Bluthochdruck oder Gerinnungsstörungen leiden, sollte die entsprechende Grunderkrankung behandelt werden, um Nasenbluten zu vermeiden. Sie sollten auch darauf achten, dass in der Heizsaison das Raumklima nicht zu trocken ist. Sie können bei stark geheizten Räumen Raumbefeuchter (Cave: Legionellen!) verwenden. Zu trockene Nasenschleimhäute lassen sich mit einer speziellen Salbe aus Ihrer Apotheke pflegen, z.B. Bepanthen Nasensalbe. Vermeiden Sie auch zu heftiges Nasenputzen.

Bei auftretendem Nasenbluten sollten Sie den Kopf bei aufgerichtetem Körper nach vorne beugen. Außerdem können Sie einen kalten Lappen in den Nacken legen. Durch die Kälte verengen sich die kleinen Gefäße und die Blutung wird schneller gestoppt. Auch das dauerhafte Zusammendrücken der Nasenflügel für einige Minuten (wenigstens 5-10 Minuten), kann helfen, die Blutung zu stoppen.

Wenn das Nasenbluten länger als zwanzig Minuten anhält oder häufig wiederkehrt, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Er kann die Ursachen des Nasenblutens feststellen und wenn notwendig auch eine mögliche Grundkrankheit behandeln.

Als ärztliche Maßnahme empfehlen wir, ein vasokonstringierendes Nasenspray zu applizieren und anschließend eine vordere Nasentamponade mit einem hämostyptisch und kompressorisch wirkenden speziellen Gelatineschwamm durchzuführen (Gelaspon Strip 1x1x4cm). Alternativ kann der Gelatineschwamm auch mit einer Lokalanästhesie-Lösung+Adrenalin an den Außenseiten benetzt werden. Die Nasentamponade führt zu keiner Drucknekrose, kann belassen werden und löst sich innerhalb von 2-3 Tagen auf.

Sollte die Blutung in wenigen Fällen mit diesen Maßnahmen nicht zu stoppen sein, muss HNO-ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden. In diesen Fällen kann eine Verödung des blutenden Gefäßes notwendig sein, zum Beispiel durch eine bipolare Pinzette oder durch Ätzung mit Silbernitrat. In seltenen Fällen ist eine Gefäßunterbindung, für die eine Narkose notwendig ist, erforderlich.


Osteoporose - vermeiden, erkennen und therapieren

Die Osteoporose ist eine häufige Alterserkrankung des Knochens, die diesen für Brüche (Frakturen) anfälliger macht. Die auch als Knochenschwund bezeichnete Krankheit ist gekennzeichnet durch eine Abnahme der Knochendichte aufgrund eines übermäßig raschen Abbaus der Knochensubstanz sowie einer Verschlechterung der Knochenstruktur. Die erhöhte Frakturanfälligkeit kann das ganze Skelett betreffen.
Häufige Folgen der Osteoporose sind Knochenbrüche. Nach Häufigkeit sortiert sind dies:

  1. Wirbelkörper-Einbrüche (Sinterungen, Kompressionsfrakturen)
  2. Hüftgelenksnahe Oberschenkelknochenbrüche (v. a. Schenkelhalsfraktur)
  3. Handgelenksnahe Speichenbrüche (distale Radiusfraktur)
  4. Oberarmkopfbruch (subcapitale Humerusfraktur)
  5. Beckenbruch

Ursache:

Die Ursachen der Erkrankungen sind häufig ungeklärt, allerdings gibt es Risikofaktoren, welche die Entstehung einer Osteoporose begünstigt. Hierzu gehören das weibliche Geschlecht, weiße Hautfarbe, schlanke Gestalt, Ernährung, Lebensweise und hormonelle Bedingungen.

Symptome:

Im frühen Stadium macht eine Osteoporose meist keine Beschwerden. Später können relativ harmlose Stürze oder einfaches Verheben zu akuten Schmerzen in der Wirbelsäule und/oder dem Oberschenkelhals führen, die dann oft als Brüche diagnostiziert werden (sog. pathologische Frakturen). Durch die Verformung der Wirbelkörper verändert sich die Körperhaltung, die Rumpfmuskulatur verkümmert, so dass eine Abnahme der Körpergröße und ein Rundrücken häufig auf die Erkrankung hinweisen können.

Diagnostik:

Die Diagnosestellung ist nur nach gemeinsamer Bewertung von klinischer Untersuchung, Erfassen der individuellen Risikofaktoren, Blutuntersuchung und der Knochendichtemessung mittels DXA möglich. Eine Röntgenuntersuchung der Wirbelsäule hilft die Schwere der Erkrankung und evtl. Brüche zu erkennen, ist aber zur Diagnostik einer Osteoporose ungeeignet.

Therapie:

  • regelmäßige Einnahme wirksamer Medikamente
  • ein körperlich aktiver Lebensstil
  • eine ausreichende Versorgung mit Vitamin D und Calcium (durch Ernährung, Sonnenexposition u. a.)
  • Minimierung bestimmter Risikofaktoren (Nikotin, Untergewicht, Absetzen bestimmter Medikamente, Wohnraumgestaltung u. a.)

Die zur Diagnostik erforderliche Untersuchung mittels DXA-Messung kann im MVZ Südpfalz, Praxis Herxheim, Tel. 07276-966660, www.mvz-suedpfalz.de (als IGeL-Leistung 50€) durchgeführt werden. Dr. Maye, FA für Physikalische & Rehabilitative Medizin, ist dort als Experte für Osteologie (Knochenstrukturerkrankungen) sowohl für die Diagnostik als auch für die ggf. erforderliche Therapie zuständig.

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Post-Polio-Syndrom

Zum festen Impfprogramm für Kinder gehört seit vielen Jahrzehnten eine Schutzimpfung gegen Polio, auch Kinderlähmung genannt. Es handelt sich hierbei um eine Viruserkrankung, bei der die Erreger verschiedene Teile des Nervensystems befallen und nachhaltige Schäden an den Motoneuronen hinterlassen. Als Motoneurone werden jene Nervenzellen bezeichnet, die für die Steuerung unserer Bewegungen verantwortlich sind. Folge des Virusbefalls sind Lähmungen, v. a. der Extremitäten- und Rumpfmuskulatur. Aber auch die Atemmuskulatur kann betroffen sein. Etwa die Hälfte der Poliopatienten behalten langfristige Lähmungserscheinungen zurück, bei den anderen bilden sich die Symptome scheinbar folgenlos zurück. Durch die konsequenten Impfmaßnahmen erklärte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Deutschland 2002 für poliofrei.
Die Menschen, die einst an Polio erkrankt waren, müssen jedoch mit einer erneuten Verschlechterung ihres Gesundheitszustandes rechnen. Das sog. Post-Polio-Syndrom tritt mitunter viele Jahrzehnte nach der Primärinfektion auf und zeichnet sich ebenfalls durch Lähmungen auf. Die Betroffenen benötigen umfassende medizinische Betreuung. Nirgendwo in Deutschland sind die Behandlungsmöglichkeiten für Post-Polio-Patienten derart gebündelt, wie im komplett neu ausgebauten Poliozentrum am Katholischen Klinikum in Koblenz.

Post-Polio-Syndrom: Rückschlag nach vermeintlicher Genesung

Bereits seit September 2009 existiert diese hochspezialisierte Einrichtung, die verschiedene Therapiekonzepte miteinander vernetzt. Ins Leben gerufen wurde das Spezialzentrum durch den seit 2008 amtierenden Chefarzt der Abteilung für Konservative Orthopädie und ambulante Rehabilitation Dr. med. Axel Ruetz. Grund für den immer noch großen Bedarf im poliofreien Deutschland ist das bereits erwähnte Post-Polio-Syndrom. Nach jahrzehntelanger Symptomfreiheit spüren die einstigen Poliopatienten plötzlich wieder eine zunehmende Muskelschwäche, Müdigkeit und Schmerzen. Hervorgerufen wird dies nicht etwa durch eine neuerliche Infektion mit Polioviren. „Während der kindlichen Polioerkrankung ist ein beachtlicher Anteil der die Muskeln steuernden Nervenzellen irreparabel untergegangen“, so Herr Dr. Ruetz.

Für den Rest des Lebens muss dann ein wesentlich kleinerer Anteil an Motoneuronen die Arbeit für alle übernehmen – eine tickende Zeitbombe. Dr. Ruetz veranschaulicht das Phänomen folgendermaßen: „Wenn 100 Angestellte in einer Firma eine entsprechende Leistung erbringen müssen und plötzlich sind 50 von ihnen krank, können die verbleibenden Kollegen nicht dauerhaft die gleiche Leistung erbringen. Sie brechen irgendwann zusammen.“ Im konkreten Fall bedeutet dies: Die von der früheren Polio-Erkrankung verschonten Nervenzellen stellen nach vielen Jahren aufgrund einer dauernden Überlastung ihre Arbeit ein.

Einrichtung bildet einzigartige Patientenversorgung

Bei seinem Amtsantritt im Jahr 2008 erkannte Herr Dr. Ruetz das Potenzial und die Wichtigkeit eines Poliozentrums am renommierten Katholischen Klinikum in Koblenz. Etwas Vergleichbares existiert bislang europaweit lediglich am Gardasee in Italien. Auch das Land Rheinland-Pfalz erkannte die Chance für den Standort Koblenz und unterstützte das Projekt mit 1,9 Millionen Euro. Der Rest wurde durch den Krankenhausträger, die Barmherzigen Brüder Trier und die Schwestern vom Heiligen Geist, finanziert. Im September 2009 schließlich konnte das Poliozentrum seine Pforten öffnen – damit verbunden waren und sind bis heute große Hoffnungen für die Betroffenen.

Das Katholische Klinikum Koblenz ist ein Krankenhaus der Maximalversorgung, an drei Standorten werden alle gängigen medizinischen Fachdisziplinen angeboten. Dies erlaubt eine interdisziplinäre Behandlung der Post-Polio-Patienten, die weit über das neurologisch-orthopädische Spektrum hinausgeht. Ruetz spricht von einer engen Zusammenarbeit mit den Kolleginnen und Kollegen der orthopädisch unfallchirurgischen Fächer und der Pneumologie, auch Schluckstörungen gehören zum Symptomspektrum des Post-Polio-Syndroms.

Poliozentrum stark gewachsen und modernisiert

Seit dem 06. Januar 2014 befindet sich das Poliozentrum in hochmodernen Räumlichkeiten, die genauestens den Bedürfnissen der Betroffenen angemessen sind. Die Patientenzahlen steigen stetig. Im Jahr 2013 wurden 508 Erkrankte in Koblenz behandelt. Durchschnittlich 30 bis 40 Jahre alt sind die Erkrankten, wenn sie sich Herrn Ruetz und seinen Kollegen vorstellen.

Typische Symptome sind dabei:

  • Muskelschwäche
  • Muskelschwund
  • Muskelschmerzen
  • Lähmungen
  • Ständige Müdigkeit
  • Kälteintoleranz
  • Gelenkschmerzen

Im Koblenzer Poliozentrum stehen hierfür alle notwendigen diagnostischen Methoden zur Verfügung. Die Fachärzte um Dr. Ruetz werden als Erstes nach der Krankengeschichte fragen, denn: Nur wer früher an Polio erkrankt war, kann auch das Post-Polio-Syndrom entwickeln. Mit modernster Technik werden anschließend Parameter wie die Nervenleitgeschwindigkeit und Muskelkraft gemessen. Anhand einer durch die Tests berechneten Kraft-Zeit-Verlaufskurve können die Koblenzer Mediziner bereits typische Veränderungen in der muskulären Leistung des Patienten erkennen. Charakteristisch sind auch typische Änderungen beim Gehen, hierfür werden eigens Filmaufnahmen des laufenden Patienten angefertigt und intensiv analysiert. Schlussendlich untermauert auch eine Blutuntersuchung die Diagnose Post-Polio-Syndrom. Häufig ist das Enzym Creatinkinase (CK) erhöht.

Vielfältige Maßnahmen für eine umfassende Therapie

Das Post-Polio-Syndrom ist nicht heilbar. Jedoch existiert eine ganze Reihe von Möglichkeiten, den Zustand des Patienten nachhaltig zu bessern. Anders als bei der akuten Polio-Infektion gehen beim Post-Polio-Syndrom keine Nervenzellen abrupt unter. Das bedeutet, dass sich der Zustand eines Patienten bei ausreichender Erholung wieder bessern kann. Oftmals heißt dies aber auch, mehrere Tage oder Wochen im Rollstuhl und therapiert zu werden, bevor wieder ein Fußweg denkbar ist. Eine umfassende und maßgeschneiderte Therapie verhilft vielen Patienten zu einem besseren Leben – hierzu werden im Poliozentrum Koblenz maßgeschneiderte Lösungen angeboten.

Um die Mobilität der Betroffenen zu erhöhen, kommen modernste, speziell auf den Patienten abgestimmte Orthesen zum Einsatz. Diese helfen nachhaltig bei der Stützung und Entlastung des Bewegungsapparates. Auch eine umfangreiche Physiotherapie gehört zu dem, durchschnittlich siebeneinhalb Tage dauernden Aufenthalt in dem Fachzentrum. Während bei vielen neuromuskulären und orthopädischen Erkrankungen das Motto „viel hilft viel“ gilt, müssen Post-Polio-Patienten bei den therapeutischen Übungen stets darauf achten, sich nicht zu sehr zu verausgaben. Eine sofortige Symptomverschlechterung wäre die Folge.
Die Diagnose Post-Polio-Syndrom verlangt von Patient und Angehörigen ein völliges Umlernen der alltäglichen Lebenssituationen. Schmerzen, Bewegungseinschränkungen, Pflege und nicht zuletzt ein ständiges Haushalten mit den eigenen Kräften fordern den Menschen psychisch sehr viel ab. „Daher gehört die psychologische Betreuung untrennbar zur Standarttherapie an unserem Zentrum“, verrät Dr. Ruetz. Aber es geht auch nicht ohne Medikamente: Gerade der pharmakologischen Schmerztherapie kommt eine wichtige Bedeutung zu – das Post-Polio-Syndrom ist wie erwähnt häufig von starken Schmerzen des Bewegungsapparates gekennzeichnet.

Im Katholischen Klinikum vertraut man auf die individuelle Wirksamkeit der Medikamente bei jedem Patienten. Nicht jedes Arzneimittel wirkt bei einem Patienten gleich gut, nicht jedes Präparat wird vertragen. Zu den Standartvertretern gehören Wirkstoffe aus der Gruppe der nichtsteroidalen Antirheumatika, wie z. B. Diclofenac. Teilweise ist aber auch der Einsatz von Opiaten angezeigt.

Polio-Bundesverband lobt neues Zentrum

Lob für das neue und einzigartige Poliozentrum kommt auch vom Bundesverband Poliomyelitis e. V. Nirgendwo sonst ist die Vernetzung zwischen Diagnose, Therapie und Betreuung so eng miteinander verknüpft, wie in Koblenz. „Als Betroffener hat man oft das Gefühl, den Ärzten fehlt die Zeit für ausführliche Arzt-Patienten-Gespräche über diese komplizierte Erkrankung“, so Paul Neuhaus, 2. Vorsitzender des Bundesverbandes. Dies ist auch einer der Gründe, warum Anfang der 1990er Jahre der Verband gegründet wurde. „Gemeinsam ist man stark“, dieses Motto gilt für den mittlerweile rund 3.300 Mitglieder zählenden Interessenverband. Ein Zentrum wie am Katholischen Klinikum kommt hier wie gerufen. Es stärkt zusammen mit dem Bundesverband Poliomyelitis e. V. die Chancen von bis zu 80.000 Post-Polio-Patienten in Deutschland, findet Neuhaus. Er selber ist Patient im neuen Koblenzer Polio-Zentrum.

© medizin.de 2014 (Gunnar Römer)

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Pseudokrupp


Raynaud-Phänomen: Das Rätsel der Leichenfingerkrankheit (Synonym Weißfingerkrankheit)

Weiße Finger, eiskalte Hände: Bei Menschen, die am Raynaud-Phänomen leiden, stoppt plötzlich die Blutzufuhr in die Finger. Nicht immer ist die Durchblutungsstörung harmlos.

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Regionale Chemotherapie


Rehasport

Rehabilitationssport kommt für behinderte und von Behinderung bedrohte Menschen in Betracht, um sie unter Beachtung der spezifischen Aufgaben des jeweiligen Rehabilitationsträgers möglichst auf Dauer in die Gesellschaft und das Arbeitsleben einzugliedern.

Ziel des Rehabilitationssports ist, Ausdauer und Kraft zu stärken, Koordination und Flexibilität zu verbessern, das Selbstbewusstsein insbesondere auch von behinderten oder von Behinderung bedrohten Frauen und Mädchen zu stärken und Hilfe zur Selbsthilfe zu bieten. Hilfe zur Selbsthilfe hat zum Ziel, Selbsthilfepotentiale zu aktivieren, die eigene Verantwortlichkeit des behinderten oder von Behinderung bedrohten Menschen für seine Gesundheit zu stärken sowie ihn zu motivieren und in die Lage zu versetzen, langfristig selbstständig und eigenverantwortlich Bewegungstraining durchzuführen, z. B. durch weiteres Sporttreiben in der bisherigen Gruppe bzw. im Verein auf eigene Kosten.

Rehabilitationssport wirkt mit den Mitteln des Sports und sportlich ausgerichteter Spiele ganzheitlich auf die behinderten und von Behinderung bedrohten Menschen, die über die notwendige Mobilität sowie physische und psychische Belastbarkeit für Übungen in der Gruppe verfügen, ein.

Rehabilitationssport umfasst Übungen, die in der Gruppe im Rahmen regelmäßig abgehaltener Übungsveranstaltungen durchgeführt werden. Das gemeinsame Üben in festen Gruppen ist Voraussetzung, um gruppendynamische Effekte zu fördern, den Erfahrungsaustausch zwischen den Betroffenen zu unterstützen und damit den Selbsthilfecharakter der Leistung zu stärken. Auch Maßnahmen, die einem krankheits-/behinderungsgerechten Verhalten und der Bewältigung psychosozialer Krankheitsfolgen dienen (z. B. Entspannungsübungen), sowie die Einübung im Gebrauch technischer Hilfen können Bestandteil des Rehabilitationssports sein. Die einzelnen Maßnahmen sind dabei auf die Erfordernisse der Teilnehmer/-innen ab-zustellen.

Rehabilitationssport kann auch spezielle Übungen für behinderte und von Behinderung bedrohte Frauen und Mädchen umfassen, deren Selbstbewusstsein als Folge der Behinderung oder drohenden Behinderung eingeschränkt ist und bei denen die Stärkung des Selbstbewusstseins im Rahmen des Rehabilitationssports erreicht werden kann.

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Reisedurchfall


Schutzimpfungen


Spinalkanalstenose

Bei der Spinalkanalstenose liegt eine Verengung des Wirbelkanals - auch Spinalkanal genannt - vor. Bei einer angeborenen oder verschleißbedingten Einengung des Spinalkanals der Lendenwirbelsäule ist der von den Wirbelbögen umschlossene Raum oft deutlich reduziert. Spinalnerven und austretende Nervenfasern kommen unter Druck. Dies kann zu Schmerzen, Taubheitsgefühl, Kribbeln und Schwäche im Rücken und den Beinen sowie zu einer verkürzten Gehstrecke führen. Hier kommt es zum Teil zu heftigen Beschwerden, die in das Gesäß und die Beine ausstrahlen (sog. Lumboischialgie) und den Patienten zwingen, stehen zu bleiben. Oft sind nur noch wenige Schritte möglich. Durch Vorbeugen, Hinsetzen und Hinlegen bessern sich die Beschwerden wieder, da sich hierbei der Wirbelkanal etwas erweitert. So ist zum Beispiel die Fortbewegung mit dem Fahrrad häufig nicht gestört. Beim Zurückbeugen der Wirbelsäule kommt es eher zu einer zusätzlichen Einengung des Kanals, so dass die Schmerzen sich verstärken.

Normaler Spinalkanal
Normaler Spinalkanal

Verengter Spinalkanal
Verengter Spinalkanal

Bei der Spinalkanalstenose stehen verschleißbedingte (degenerative) Veränderungen im Vordergrund. Welche Ursachen letztendlich zu einer Verengung des Spinalkanals führen, ist sehr unterschiedlich. Oft wirken mehrere Faktoren zusammen:

  • Durch degenerative Veränderungen bilden sich Knochenzacken und Knochenanbauten an den Wirbeln. Diese Osteophyten können in Richtung des Spinalkanals ragen und ihn einengen.
  • Degenerative Veränderungen durch Bänder der Wirbelsäule (z.B. hinteres Längsband, gelbes Band) führen im Laufe des Lebens zu einer Verdickung dieser Bänder. Auch dadurch kann der Raum innerhalb des Spinalkanals eingeengt werden.
  • Bei einer Wirbelgelenksarthrose können sich die Wirbelgelenke so stark vergrößern, dass sie bis in den Spinalkanal ragen.
  • Auch eine Bandscheibenvorwölbung (Protrusion) oder ein Bandscheibenvorfall (Prolaps) reduziert den Durchmesser des Spinalkanals.
  • Ein Wirbelkörpergleiten (Spondylolisthese) kann ebenso dazu führen kann, dass ein Nerv eingeklemmt wird und sich der Rückenschmerz verstärkt.

Häufig treten die genannten Veränderungen auch gemeinsam auf und führen so zu einer Wirbelkanaleinengung. Durch den vom engen Spinalkanal ausgehenden ständigen Druck kann es zu bleibenden Schädigungen der Nerven kommen.

Die Diagnosestellung erfolgt durch:

  • Anamnese
  • Körperliche Untersuchung
  • Röntgenuntersuchung der Wirbelsäule
  • MRT der Wirbelsäule
  • ggf. zus. Myelographie (Kontrastdarstellung des Spinalkanals)
  • ggf. zus. neurologische Diagnostik

Viele Patienten mit Symptomen der Spinalkanalstenose wie Rücken- und Beinschmerzen brauchen nie eine Operation. Die häufigsten nicht-chirurgischen Behandlungen umfassen:

  • Patientenaufklärung
  • Ruhe
  • Gewichtsabnahme
  • Medikation (Antiphlogistika, Analgetika, Anästhetika, Muskelrelaxantien)
  • Injektionen (Facettenbehandlung, spinale Anästhesie)
  • Manuelle Therapie & Osteopathie
  • Physiotherapie
  • Physikalische Therapie
  • Akupunktur
  • Schmerztherapie
  • Ambulante Reha-Therapie

Alle genannten konservativen Behandlungsmethoden können wir in Kooperation mit dem MVZ Südpfalz (Zentrum für Orthopädie & Neurochirurgie & Physikalische Therapie und Rehabilitation) sowie dem ambulanten Reha-Zentrum Herxheim/Südpfalz in bester Qualität und Effizienz durchführen. Sollten jedoch diese Maßnahmen nicht den gewünschten Erfolg zeigen sowie aus anderen Gründen eine Operation unumgänglich sein, so sind die Fachärzte für Neurochirurgie im MVZ Südpfalz die Spezialisten auch für diese operativen Eingriffe und das Reha-Zentrum Herxheim/Südpfalz für die anschließende intensive Nachbehandlung i.R. einer sog. ambulanten Rehabilitation.


Sport bei Hypertonie

Studien haben belegt, dass regelmäßige körperliche Aktivität der Entstehung einer Hypertonie vorbeugen kann. Aber auch bei Patienten mit schon bekannter Hypertonie ist eine Senkung der Blutdruckwerte durch Sport möglich.

Für Patienten, die bereits einen Hyertonus entwickelt haben, ist es besonders wichtig, die richtige Sportart zu wählen. So kann sich zum Beispiel eine mäßige Ausdauerbelastung mit einer Senkung des systolischen Blutdrucks um etwa 6,9 mmHg und des diastolischen Blutdrucks um 4,9 mmHg positiv auf das Herz-Kreislauf-System auswirken. Geeignet sind z.B. Schwimmen, Joggen, Nordic-Walking, Radfahren aber auch Ballsportarten. Wichtig ist, dass die Bewegung Spaß macht, damit die Motiviation erhalten bleibt. Die aktuellen europäischen Leitlinien empfehlen 30 Minuten körperliche Aktivität an 5-7 Tagen pro Woche. Sehr hohe Belastungsspitzen und ein starker Pulsanstieg sollten allgemein vermieden werden. Außerdem empfiehlt sich häufig eine initiale körperliche Untersuchung in der Praxis. Dies gilt insbesondere für Patienten, die älter als 45 Jahre sind und lange keinen Sport (mehr) getrieben haben. Dafür eignet sich z.B. eine Gesundheitsuntersuchung in Kombination mit einem Belastungs-EKG (IGeL-Liste). Die Eignung für die sog. „Sportgesundheit“ sollte anschließend durch ein ärztliches Attest bestätigt sein.

Ein moderates Krafttraining kann ebenfalls sinnvoll sein. Durch den Muskelaufbau kann eiine Verbesserung de Stoffwechsels erreicht werden. Das Krafttrainiung sollte unter Anleitung begonnen werden und schwere Gewichte sowie gezieltes Beodybuilding sind unbedingt zu vermeiden, da es sonst zu einer gefährlichen Überbelastung des Kerz-Kreislauf-Systems kommen kann. Diesbezüglich kooperieren wir seit Jahren erfolgreich mit dem ambulanten Reha-Zentrum in Herxheim, wo mit dem aktuellen MedPark sowie der RehaPlus ideale Voraussetzungen für ein gesundes Kraft-Ausdauer-Training vorhanden sind.

Bei deutlich erhöhten Blutdruckwerten muss der Blutdruck zunächst medikamentös eingestellt weden, bevor mit einem körperlichen Training begonnen wird. Sonst kann es unter den Trainingsbedingungen zu einem unerwünschten deutlichen Anstieg des Blutdrucks kommen.

Wenn durch regelmäßigen Sport in Verbindung mit gesunder Ernährungsweise dann noch ein ggf. vorbestehendes Übergewicht reduziert bzw. im Optimalfall Normalgewicht erreicht wird, können Blutdruckmedikamente meistens deutlich reduziert oder sogar ganz abgesetzt werden. Zusätzlich können wir im Bedarsfall eine gezielte Ernährungsberatung durchführen und ein individuell abgestimmtes Ernährungsprogramm anbieten.

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Stress muss nicht sein! – Fragen und Antworten

„Ich habe Stress!“ Das hört sich niemand gern sagen. Stress ist nicht schön. Stress mit dem Partner, Stress mit den Kollegen, Stress im Büro, Stress beim Hausbau, Umzugsstress, Terminstress, Multitasking, Schulstress – überall im Alltag lauert er, ob im Beruf oder im Privatleben. Dabei wollen wir ihn doch gar nicht, hätten lieber, dass alles locker und entspannt läuft.

In unseren Fragen und Antworten lesen Sie, was Stress ist, wo er herkommt und wie Sie ihn vermeiden.

Was ist Stress?

Der Begriff Stress kommt ursprünglich aus der Geologie und der Tektonik. Im 19. Jahrhundert nahm man diesen Begriff, um körperliche und psychische Belastungen für Menschen und Tiere zu beschreiben. Es ist ein eigentlich neutraler Begriff, der je nach Wahrnehmung und Auswirkung positive oder negative Bedeutung hat: Es gibt negativen Stress, der einen Menschen belasten und auch krank machen kann, und positiven Stress, der eine Steigerung der Leistungsfähigkeit bewirken kann.

Beispiele für positiven Stress sind Situationen, die Nervenkitzel auslösen, also eine Achterbahnfahrt, ein Fallschirmsprung oder das Fliegen. Neben Stress- werden hierbei auch Glückshormone ausgeschüttet. Auch Verliebtsein ist eine Form von positivem Stress.

Negativer Stress dagegen ist ein Zustand, in dem ein Mensch empfindet, dass es er aus eigener Kraft nicht schafft, einer bedrohlichen oder unangenehmen Situation zu entkommen. Er kann sich sowohl auf den Körper als auch auf die Psyche negativ auswirken.

Woher kommt Stress?

Ursachen für Stress werden Stressoren genannt. Sie lassen sich in verschiedene Kategorien unterteilen. Als objektive Stressoren gelten Krankheiten, Hitze, Kälte, Schlaf- und Nahrungsentzug, Unterforderung, Überforderung. Subjektive Auslöser sind Ängste, negative Denkmuster sowie Zeit- und Leistungsdruck.

Wie macht sich Stress bemerkbar?

Die Symptome, die bei Menschen unter Stress auftreten, lassen sich ebenfalls in körperliche und psychische Symptome unterteilen.

Körperliche Stresssymptome sind:

  • Herz- und Kreislaufprobleme wie hoher Blutdruck, Herzrasen, Atemprobleme und Schwindel
  • Kopfschmerzen
  • Rückenbeschwerden
  • Allergien
  • Schluckbeschwerden
  • Vergesslichkeit
  • Schlafstörungen
  • Nervosität
  • ständige Müdigkeit
  • Appetitlosigkeit/Heißhungerattacken

Psychische Stressymptome sind:

  • Anpassungsstörung
  • Reizbarkeit
  • Angst
  • Ärger über sich selbst
  • Depression

Wer an chronischem Stress leidet, unterliegt einem gesteigerten Risiko, an Diabetes, Prostatakrebs, Brustkrebs oder Alzheimer zu erkranken.

Wie kann ich Stress vermeiden?

Möglichkeiten, um negativen Stress zu reduzieren oder komplett zu vermeiden, werden unter dem Begriff Stressmanagement zusammengefasst. Ihr Ziel ist es, den Stress in Alltag und Beruf zu reduzieren und die verschiedenen Facetten des Lebens in Einklang zu bringen. Klar umrissene Patentrezepte gibt es nicht, zu verschieden sind das Stress- und Glücksempfinden der Menschen sowie die Ursachen für Stress. Wichtig ist vor allem, sich darüber bewusst zu werden, was den Stress auslöst, um ihn abbauen zu können.

Verschiedene Methoden sind möglich, um Stress zu vermeiden oder abzubauen. Dazu zählen:

  • Zeitmanagement, denn oft ist schlechte Organisation ein Grund für Situationen, die zu Stress führen
  • Bewegung, sportliche Aktivität
  • Mentales Training
  • Progressive Muskelentspannung
  • Autogenes Training
  • Biofeedback
  • Harmonische Partnerbeziehung
  • Integration im Freundeskreis
  • Hobbies

Viele dieser Methoden zählen zur Verhaltenstherapie, die ein wesentlicher Bestandteil des Stressmanagements sind. Wer professionelle Hilfe sucht, ist bei einem Psychotherapeuten richtig. Auch Entspannungspädagogen und -berater können helfen. Außerdem werden immer mehr Kurse, Seminare und Ähnliches im Internet angeboten.

Um zu erkennen, ob Sie unter Stress leiden und was der Auslöser dafür sein könnte, ist ein Stresstest hilfreich. Auch solche Tests werden vielfach im Internet angeboten. Dort sollten Sie aber darauf achten, dass der Test wissenschaftlich fundiert ist. Und selbst dann kann er nur ein Anhaltspunkt dafür sein, wie hoch Ihr  Stresslevel ist und wie Sie Ihre Zeit und Energie künftig besser einsetzen kannst, um Stress zu vermeiden. Mehr Aufschluss gibt aber die Diagnose beim Arzt oder Psychologen. Sie können Ursachen und Symptome analysieren und professionelle Hilfe vermitteln.

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Transiente globale Amnesie

Die transiente (vorübergehende) globale Amnesie (TGA) setzt akut ein und betrifft alle Gedächtnis-inhalte – Bilder, Gefühle, Sprache. Man könnte auch sagen, das Gedächtnis „nimmt sich plötzlich und unerwartet eine Auszeit und geht in Urlaub“. Ärzte sprechen auch von episodischer Amnesie. Der Gedächtnisverlust dauert meist 1 bis maximal 24 Stunden, im Schnitt sind es sechs bis acht Stunden. Neue Informationen kann der Betroffene nur 30 bis 180 Sekunden behalten (anterograde Amnesie). Es fehlt deshalb die Orientierung in Zeit, Ort und Situation. Die Patienten sind oft ratlos und stellen immer wieder die gleichen Fragen – auch, wenn sie schon beantwortet wurden. Gleichzeitig ist auch der Zugriff auf alte Gedächtnisinhalte, die vor der TGA gespeichert wurden, gestört (retrograde Amnesie). Jüngere Ereignisse sind meist schlechter abrufbar als länger zurückliegende. Allerdings können die Patienten komplexe, zuvor erlernte Tätigkeiten ausführen, etwa ein Auto lenken (theoretisch), kochen oder Karten spielen. Man schätzt, dass drei bis acht von 100.000 Einwohnern jährlich von einer TGA betroffen sind. Zwei Drittel der Patienten sind zwischen 50 und 70 Jahre alt.

→ Diese Form der Amnesie bildet sich von selbst wieder zurück, es bleiben auch keine Langzeitschäden.

→ Selbstveständich müssen sonstige kardiovaskuläre oder neurologische Ursachen fachärztlich ausgeschlossen werden.


Vorsicht, Zecken!

Aufgrund des milden Winters sind Zecken zunehmend aktiv. Wir beraten Sie bezüglich Prophylaxe und Impfschutz.

Zur Zeckenaktivität in Ihrer Region

5 Fakten zu Zecken, FSME und Borreliose (Spektrum)

Siehe auch Was tun nach Zeckenstich? unter Themen A-Z


Was tun nach Zeckenstich?

PD Dr. Dieter Hassler, modifiziert nach O. Bitzer

Ein paar grundsätzliche Bemerkungen zu Zecken:

  • Zecken fallen nicht von Bäumen, sie sitzen in maximal 1 m Höhe im Gras oder auf anderen Pflanzen.
  • Zecken können nicht riechen. Sie orientieren sich an Wärmestrahlung (Infrarot) und CO2, beides nehmen sie mit einem speziellen Sinnesorgan an den Vorderbeinen war.
  • Lange Kleider oder Hüte schützen nicht. Die Zecke krabbelt meist von den Schuhen oder den Hosenbeinen aus nach oben und sucht oft stundenlang nach einem geeigneten Ort zum Stich.
  • Zecken beißen nicht, sie stechen. Zum Beißen braucht man Ober- und Unterkiefer, Zecken haben aber nur eine Art Saugapparat, das Hypostom.
  • Zecken haben mehrere Entwicklungsstadien. Aus dem Ei schlüpft die 0,8 mm große Larve, diese braucht eine erste Blutmahlzeit (in der Regel auf Mäusen), bevor sie sich zur Nymphe häutet. Die Nymphe ist etwa 1,5-2 mm groß. Sie saugt erneut Blut, bevor sie sich zum erwachsenen Zeckentier häuten kann. Erwachsene Zecken sind 2,5 (Männchen) bis 4,5 mm (Weibchen) groß.
  • An Menschen werden zu 80% Nymphen gefunden. Da diese nur 1,5 mm groß sind, sind Pinzetten jeder Art ebenso wie Zeckenzangen zur Entfernung ungeeignet!
  • Zecken können mehrere Krankheitserreger übertragen. Etwa 15% der Zecken enthalten Borrelien, eine Bakterienart. Von hundert Zeckenstichen werden durchschnittlich vier Infektionen ausgelöst. Das Risiko, nach einem Zeckenstich eine Borrelioseinfektion zu bekommen, beträgt also 4%. Etwa 0,5-2% der Zecken enthalten FSME-Viren. Auf 10 Millionen Einwohner werden pro Jahr etwa 150 Infektionen gemeldet (BaWü). Die Erreger der Ehrlichiose, Rickettsien und Babesien kommen ebenfalls in Zecken vor, in Mitteleuropa sind allerdings noch keine Erkrankungsfälle beobachtet worden.
  • Borrelien liegen im Mitteldarm der Zecke. Nach Beginn des Blutsaugens beginnen diese ihren Stoffwechsel zu aktivieren. Erst nach etwa 24 Stunden wandern sie aktiv in die Speicheldrüsen der Zecke ein. Erst dann wird sie normalerweise in die Stichwunde übertragen.
  • Daher Zecke baldmöglichst und vor allem richtig (ohne Quetschen) entfernen!
  • Wird die Zecke (etwa durch eine Pinzette) gequetscht, kann der Erreger auch vorher in die Wunde gelangen. Entscheidend ist also: Zecke niemals quetschen.
  • Öl oder Klebstoff sind verboten, da die Zecke dann vermehrt Sekrete in die Wunde abgibt.

Nach dem Zeckenstich:

  • Keine Panik! Auch unsere Vorfahren haben schon Zecken gehabt und dies auch überlebt!
  • Nur 4% aller Zeckenstiche führen zu einer Infektion! Daher ist ein Zeckenstich kein Grund, prophylaktisch Antibiotika zu nehmen!
  • Zecke baldmöglichst und vor allem richtig (ohne Quetschen) entfernen! Wenn dabei der Stechapparat (im Volksmund fälschlich auch Kopf) in der Wunde verbleibt, macht das gar nichts, denn dieser enthält keine Bakterien!
  • Man kann die Zecke auf Borrelien untersuchen lassen - dies kostet 25 Euro (Selbstkostenpreis!). Ist sie negativ (wie in 85% aller Fälle), sind keine weiteren Maßnahmen nötig.
  • Wie nach jedem Stich (etwa nach Mückenstichen) ist die Haut oft etwas gerötet. Dies ist völlig normal, wir nennen das primäre Stichreaktion. Diese klingt in wenigen Tagen ab.
  • Zeichen einer zeckenübertragenen Infektion treten frühestens 7 Tage nach Stich auf. Niemand kann nach 24 Stunden schon Symptome haben.
  • Eine Borreliose beginnt fast immer mit einer Wanderröte (sog. Erythema migrans) an der Stichstelle. Diese tritt frühestens nach sieben Tagen auf und ist dann schon mindestens 4 cm groß. Sie breitet sich langsam aus (etwa 3-5 mm/Tag). In seltenen Fällen beginnt die Infektion mit grippeartigen Symptomen und Muskelschmerzen zwischen dem 7. und dem 14. Tag.         
    ► Umgehend zum Arzt gehen und dieses Frühstadium mit gezielter Antibiose behandeln lassen!
  • Eine FSME beginnt etwa zwischen Tag 6 und 10 mit hohem Fieber. Wenn eine solche Infektion stattgefunden hat, können wir praktisch nichts mehr tun!                                                                
    ► Denken Sie bitte daran: Vor der FSME schützt nur die vorbeugende, also rechtzeitige Impfung. Diese ist sehr gut verträglich und wird von den GKV übernommen. Also vorher impfen, nicht hinterher jammern!
  • Bluttests machen frühestens nach einigen Wochen Sinn. Sie sind in den ersten Wochen nicht ganz zuverlässig. Es ist in jedem Fall unsinnig, die Therapie einer Wanderröte vom serologischen Status abhängig zu machen.
  • Eine Borreliose im Frühstadium lässt sich mit Antibiotika in Tablettenform praktisch zu 100 % heilen. Es ist blanker Unsinn, dass Borreliose unheilbar wäre.

Zecken können gefährliche Krankheiten (z.B. FSME, Borreliose) übertragen. Die Wahrscheinlichkeit dafür ist umso größer je länger die Zecke am menschlichen Körper saugen kann. Daher muss die Zecke schnellstmöglich und vor allem richtig, d.h. ohne Quetschen des Zeckenkörpers, entfernt werden. Fachgerecht kann dies nur durch Heraushebeln mittels eines Skalpells (Rückseite eines spitz zulaufenden 11er Skalpells) oder mittels der schräg zulaufenden Spitze einer gelben Kanüle (Gr. 1, 20G) durch einen erfahrenen Arzt erfolgen. Ggf. in der Haut verbliebene abgerissene Zeckenreste können meist leicht mittels eines Widerhakens an der Nadelspitze der vorgenannten gelben Kanüle (Gr. 1, 20G) entfernt werden (den Widerhaken selbst erhält man durch vorsichtiges Abknicken der Nadelspitze nach unten mit Hilfe des Kanülenschutzes). Anschließend hat es sich bewährt, für die nächsten 24 Stunden einen antiseptisch wirkenden feuchten Rivanol-Verband zu machen. Obwohl durch diese Massnahme allein schon die Gefahr für die Übertragung einer Borreliose minimiert wird, soll trotzdem immer bezüglich dieser möglichen Infektion aufgeklärt werden.

Siehe auch unter Borreliose!