Praxisgebäude

Aktuelles in der Reisemedizin

Verdacht auf Lungenpest – Was Ärzte tun sollten!

Reiserückkehrer aus Madagaskar könnten den gefährlichen Lungenpest-Erreger übertragen. Wie sollten sich Ärzte bei Verdacht verhalten? Das RKI hat eine Orientierungshilfe herausgegeben.

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Bisher größter Ausbruch von Dengue-Fieber in Sri Lanka

In diesem Jahr sind die Fallzahlen von Dengue-Fieber in Sri Lanka besonders hoch, Presseberichten zufolge ist es der bislang größte erfasste Ausbruch, berichtet das Centrum für Reisemedizin CRM.

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Schwere Cholera-Epidemie in der DR Kongo

Die schwere Cholera-Epidemie in der D.R. Kongo breitet sich weiter aus. Inzwischen sind fast alle Provinzen betroffen. Mit 38.000 landesweit registrierten Fällen ist die Epidemie bespiellos in der Geschichte des Landes.

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Merkblatt Pest


Zahl der Pest-Fälle verdoppelt

Die Zahl der Pest-Erkrankungen in Madagaskar hat sich innerhalb einer Woche mehr als verdoppelt. Inzwischen sind den Behörden zufolge 805 Menschen erkrankt, von denen knapp 600 an der hochgefährlichen und leicht übertragbaren Lungenpest leiden.

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FDA-Zulassung für Test auf Zika, Dengue & Chikungunya

Die US-amerikanische Food and Drug Administration (FDA) hat eine Notfallzulassung für einen Test vergeben, der die Viren von Zika, alle Serotypen von Dengue, Chikungunya und das West-Nil-Virus in Blutproben nachweist, teilt die Columbia University mit

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Dengue-Fieber tötet 24 Menschen in Vietnam

Ein außergewöhnlicher Ausbruch von Dengue-Fieber in Vietnam hat in diesem Jahr bereits 24 Menschen das Leben gekostet. Rund 80.500 Menschen seien an dem Virus erkrankt – 33,5 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum, teilte das Gesundheitsministerium mit.

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Schwerer Dengue-Ausbruch in Sri Lanka

Mehr als 100.000 Fälle von Denguefieber in Sri Lanka haben Ärzte und Helfer alarmiert. Die Föderation der Rotkreuzgesellschaften sprach am Montag vom schlimmsten bisher erfassten Ausbruch der Virusinfektion in Sri Lanka.

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Bis Jahresende rund 600.000 Cholera-Fälle im Jemen befürchtet

Im Bürgerkriegsland Jemen wird sich die Cholera-Epidemie nach Einschätzung des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) noch deutlich ausweiten. Bis Jahresende seien rund 600.000 Cholera-Kranke zu befürchten, erklärte IKRK-Präsident Peter Maurer am Wochenende.

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Vor der Italien-Reise Schutz gegen Masern prüfen!

Reisende, die Länder besuchen, in denen Masern verbreitet sind, sollten den eigenen Impfstatus prüfen und gegebenenfalls vor der Reise die Impfung nachholen, so das CRM Centrum für Reisemedizin in Düsseldorf.

In Italien seien seit Anfang des Jahres landesweit zirka 3670 Infektionen gemeldet worden, zwei Menschen seien gestorben.

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Fieber nach Fernreise: Gezielt zur Diagnose

Dieser Artikel beruht auf einer Veröffentlichung in der Fachzeitschrift Lege artis 2016; 6(4): 236-241. Christoph Renninger, coliquio-Redaktion, stellt wichtige Punkte daraus zusammen.

Fernreisen sind sehr beliebt, doch besteht je nach Ziel das Risiko, sich mit exotischen Erregern zu infizieren. Erfahren Sie hier, mit welchen Anamnesefragen Sie wichtige Hinweise auf die Ursache von Fieber bei Reiserückkehrern erhalten.

Schutzmaßnahmen in der Notaufnahme

Nach internationalen Kurzzeitreisen (≤2 Wochen) zählt Fieber neben Durchfall und Hautveränderungen zu den häufigsten Symptomen.
Reiserückkehrer mit Fieber in der Notaufnahme sollten, bis eine infektiöse Erkrankung ausgeschlossen ist, in einem separaten, geeigneten Raum untersucht werden. Zum Eigenschutz von Untersucher und Mitarbeitern empfiehlt es sich, die Anamnese unter Wahrung eines Sicherheitsabstandes (mind. 1 m) und mit Handschuhen und Mundschutz durchzuführen.

Reiseanamnese: 6 nützliche Fragen

Folgende Fragen liefern erste Hinweise auf die Diagnose:

  1. 1. Wo hat sich der Patient aufgehalten? (Hinweis auf mögliche Erreger, z.B. hohe Malariaprävalenz in Tansania, keine auf den Malediven)
  2. 2. Wie lange war er unterwegs, seit wann ist er wieder zurück? (Krankheiten mit kurzer Inkubationsdauer (<10 Tage), wie Dengue, Gelbfieber oder Chikungunya, können möglicherweise ausgeschlossen werden)
  3. 3. Wie sieht der Impfstatus aus? Malariaprophylaxe (schließt eine Erkrankung nicht aus)?
  4. 4. Kam es zum Kontakt mit kranken Personen oder Tieren (Tularämie, Leptospirose, Ebola)?
  5. 5. Wurde in einem Binnengewässer gebadet (Schistosomiasis) oder Wasser aus offenen Trinksystemen getrunken? (Legionellen)
  6. 6. Beinhaltete die Reise den Besuch von Höhlen? (z.B. Ebola über Fledermäuse)
Wichtig: Bei Fieber nach entsprechender Reiseanamnese muss als erstes eine Malaria ausgeschlossen werden!

Fieberverlauf: Hinweis auf mögliche Differenzialdiagnosen

Fiebertypen, modifiziert nach Escher

Fieberverlauf

Differenzialdiagnosen

Periodisch

Malaria, Borrelien

Kontinuierlich

Fleckfieber, Typhus, Brucellose

Intermittierend

Tuberkulose, Serositis, Cholezystitis

Sattelfieber mit Spitzen am Morgen und Abend

Leishmaniose

Zweigipflig, erneut nach Fieberfreiheit

Dengue, Malaria

Weitere Diagnostik in der Übersicht

Bei der klinischen Untersuchung ist besonders auf Gelenkschwellungen (z.B. Chikungunya), Hepatosplenomegalie (z.B. Schistosomiasis, Brucellose, Leishmaniose) und Hautveränderungen (Petechien bei viral-hämorrhagischem Fieber, Exanthem bei Dengue) zu achten.
Die weiterführende apparative Diagnostik umfasst ein Differenzial-Blutbild (Thrombozyten, C-reaktives Protein, Kreatinin, Glukose und Leberwerte), sowie Analysen des Urins und Stuhls. Ebenso hilfreich sind eine Röntgenaufnahme des Thorax, ein EKG und eine Sonographie des Abdomens.

Anhand folgender zusätzlicher Symptome und der festgestellten Befunde lässt sich die Diagnose weiter eingrenzen:

  • Durchfall: Diese häufigste Begleiterscheinung kann auf Viren, Bakterien (z.B. Escherichia coli, Salmonella typhi) und Parasiten (z.B. Giardia lamblia, Entamoeba histolytica) hinweisen.
  • Lymphknotenschwellungen: Treten u.a. bei Rickettsiosen (je nach Lokalisation des Biss oder Stiches) und Trypansomiasis (vergrößerte Nackenlymphknoten) auf.
  • Pneumonie: Möglich ist je nach Reiseland eine Infektion mit dem Middle East Respiratory Syndrome Coronavirus (MERS-CoV), vor allem nach Kontakt mit Kamelen. Bei Urlaubern, die sich in Mexiko oder Kalifornien aufgehalten haben, kann eine Coccidiomykose die Ursache der Lungenentzündung sein.

Personen, welche sich nach Rückkehr von einer Fernreise nicht wohl fühlen bzw. o.g. bestimme und/oder sonstige unklare Krankheitssymptome zeigen, müssen sich unverzüglich bei einem reise- und tropenmedizinisch erfahrenen Arzt vorstellen!


Gelbfieber-Merkblatt Brasilien


Dengue-Fieber grassiert in Neu-Delhi

Trotz steigender Mittel im Kampf gegen die Dengue-übertragenden Mücken bekommt Neu Delhi Dengue nicht in den Griff.

Mehr dazu (ÄrzteZeitung) …


Gelbfieberausbruch (seit Ende 2015) in Angola und benachbarten Ländern

Durch chinesische Gastarbeiter besteht das Risiko, die Krankheit auch nach Asien zu exportieren.

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EU-Arzneimittelbehörde: Erster Malaria-Impfstoff kurz vor der Zulassung

30 Jahre lang wurde geforscht, unter anderem mit Geld der Bill und Melinda Gates Stiftung. Nun will die EU-Arzneimittelbehörde den weltweit ersten Malaria-Impfstoff zulassen – allerdings nur für Kinder in Afrika.

Zum Artikel bei Spiegel Online…


Erfolg bei der Suche nach Ebola-Impfstoff…

US-Forscher melden Erfolg bei Ebola-Impfstoff (Artikel bei welt.de)

Mein (!) Kommentar dazu:
Erst wenn die Not am größten ist und genügend finanzielle Anreize vorhanden sind, engagiert sich die Pharmaindustrie wirklich! Nicht Ethik, sondern Monetik bestimmt leider immer mehr das medizinische Handeln! Trotz alle dem müssen wir den Forschern in den USA und dem britischen Pharmaunternehmen GSK Lob für Ihren Einsatz zollen!


Gefährliche Affen-Malaria breitet sich aus

Malaysia leidet unter einem neuen Malaria-Erreger: Plasmodium knowlesi befiel bislang nur Affen und grassiert nun auch unter Menschen. Durch den Rückgang der Wälder kann sich der Erreger verbreiten.

Weitere Informationen: www.welt.de


WHO befürchtet Ausbreitung der Pest auf Madagaskar – Erreger in der Hauptstadt

Nach einem Ausbruch der Pest auf Madagaskar befürchtet die Weltgesundheitsorganisation (WHO) eine weitere Ausbreitung der Seuche auf der Insel. Bisher sind laut WHO von August bis Mitte November 2014 40 Menschen gestorben, 119 Infizierte wurden gezählt, die Dunkelziffer dürfte jedoch höher sein.

Weitere Informationen: www.dw.de/beulenpest-bedroht-madagaskar/a-18085665


Endemiegebiet von SFTS (Severe Fever with Thrombocytopenia Syndrome) in Ostasien (z.B. Japan, Korea, China, Myanmar) breitet sich aus…

Die SFTS-Virusinfektion hat eine Letalität zwischen 10 und 53% und ist somit eine ernstzunehmend, potenziell tödlich verlaufende Erkrankung. Die Erkrankung kann durch verschiedene Zeckenarten(!) übertragen werden, wobei deren Verbreitungsgebiet von den pazifischen Inseln über Neuseeland, Australien, Japan, Korea, China bis nach Myanmar reicht. Im Gegensatz zur ebenfalls durch Zecken übertragbaren (zentraleuropäischen) Frühsommer-Meningo-Encephalitis (FSME) gibt es keine präventive Impfung. Daher muss unbedingt auf einen ausreichenden Schutz vor Zeckenstichen geachtet werden.

Weitere Informationen unter www.gesundes-reisen.de


MERS-Virus-Gefahr bei Kontakt mit Dromedaren im Mittleren Osten!

Seit 2012 häufen sich die Fälle von sog. „Middle East Respiratory Syndrom“ (MERS), ausgelöst von einem Coronavirus und vermutlich übertragen durch Dromedare (sog. Zoonose). Besonders betroffen sind die Länder Jordanien, Qatar, Vereinigte Arabischen Emirate (VAE), Oman und Kuweit. 40% aller erkrankter Patienten sind gestorben.

Weitere Informationen unter www.rki.de

Mers in Südkorea: Das Angst-Virus (Spiegel Online)


MERS-Coronavirus

Stand: 13.01.2016

Aktuelles

Der Weltgesundheitsorganisation WHO sind im Zeitraum von September 2012 bis zum 07. Januar 2015 insgesamt 1.626 laborbestätigte Erkrankungen mit dem MERS-Coronavirus (MERS-CoV) gemeldet worden, von denen mindestens 586 tödlich endeten. Die Zahlen des ECDC (European Centre for Disease Prevention and Control) vom 07. Januar 2015 liegen mit 1.645 Erkrankungs- und 638 Todesfällen noch höher. Im Zeitraum von Mitte März bis Ende Mai 2014 waren extrem hohe Fallzahlen zu verzeichnen gewesen, insbesondere in Saudi-Arabien sowie den Vereinigten Arabischen Emiraten. Saudi-Arabien meldete allein in der Zeit vom 11. bis zum 26. April 2014 138 Erkrankungsfälle, in Jeddah und Riad gab es jeweils Ausbrüche in Krankenhäusern. Beginnend Ende Mai 2014 sind die Erkrankungszahlen deutlich zurückgegangen, erreichten im Juli ein Minimum und stiegen in den Folgemonaten wieder auf ein moderates Level an. Im August 2015 wurde erneut ein Ausbruch in einem Krankenhaus in Riad gemeldet. Ausgehend vom Nahen Osten ist es zu einer Einschleppung von MERS-CoV-Infektionen in weitere Länder, u.a. Deutschland, gekommen. Am 7. März 2015 wurde die Erkrankung eines 65-jährigen Deutschen gemeldet, der im Februar aus einem Urlaub in den Vereinigten Arabischen Emiraten zurückgekehrt war. Der Mann ist letztlich an der Infektion verstorben. Es handelte sich um den insgesamt dritten Fall von MERS-CoV in Deutschland. Beginnend Ende Mai 2015 ist es zu einem Ausbruch in Südkorea gekommen, die höchsten Infektionszahlen traten in der ersten Juni-Woche auf. Beim Index-Patienten handelte es sich um einen Urlauber, der die arabische Halbinsel bereist hatte. Bei diversen Aufenthalten in Notaufnahmen bis zur endgültigen Diagnosestellung steckte er zahlreiche weitere Menschen an. Der Ausbruch wurde Anfang Juli für beendet erklärt, insgesamt sind in Südkorea 186 Erkrankungs- und 38 Todesfälle registriert worden. Ein Patient, der sich in Südkorea infiziert hatte, schleppte die Erkrankung nach China ein, steckte dort aber keine weiteren Menschen an.

Allgemeines

Das MERS-Coronavirus (MERS = Middle East Respiratory Syndrome) wurde erstmals im Sommer 2012 bei einem Patienten in Saudi-Arabien, der an einer Lungenentzündung litt, identifiziert. Es handelt sich um ein umhülltes RNA-Virus aus der Gattung der Beta-Coronaviren, das verwandt ist mit dem SARS-Coronavirus (SARS = Severe Acute Respiratory Syndrome). Als Tierreservoir und somit als Ansteckungsquelle für den Menschen werden Kamele und Dromedare vermutet, eine Mensch-zu-Mensch-Übertragung ist bei engem Kontakt zu einem Infizierten ebenfalls möglich (sog. sekundäre Infektion). Der exakte Übertragungsweg muss noch aufgeklärt werden. Möglicherweise gelangen die Erreger über das Augen- oder Nasensekret der Tiere zu ihrem menschlichen Wirt. Kürzlich wurden Hinweise auf eine eventuelle aerogene Übertragung entdeckt. Zunächst wurde als Erklärung für die stattgefundenen Ausbrüche eine verbesserte Übertragbarkeit des Virus auf den Menschen aufgrund von Mutationen vermutet. Diese Theorie konnte jedoch nicht bestätigt werden. Nun gelten inadäquate Hygienemaßnahmen als wahrscheinliche Ursache der Ausbrüche.

Infektionsverlauf

Das MERS-Coronavirus löst in den meisten Fällen eine Lungenentzündung (Pneumonie) aus, die einen schweren Verlauf nehmen und letztendlich zum Tod führen kann. Die Inkubationszeit bis zum Ausbruch der Erkrankung beträgt 2 - 14 Tage. Zunächst macht sich die Infektion durch Fieber, Husten, Schüttelfrost, Hals- und Gelenkschmerzen bemerkbar, bevor es zu einem Übergreifen auf die Atemwege kommt. Oftmals wird die Erkrankung von Durchfall begleitet, in wenigen Fällen kam es auch zum Verlust der Nierenfunktion. 30 - 40 % aller MERS-CoV-Infektionen enden tödlich, bedingt durch Multiorganversagen. Die Morbidität liegt besonders hoch bei Personen mit vorbestehenden Grunderkrankungen wie beispielsweise Diabetes oder einem Nierenleiden. Auf der anderen Seite können Infektionen vollständig asymptomatisch sein, was die Identifikation von Infizierten erschwert.

Therapie

Eine spezifische Behandlung für Patienten mit einer MERS-CoV-Infektion existiert, ebenso wie eine schützende Impfung, bislang nicht. Derzeit beschränkt sich die Therapie darauf die Funktionsfähigkeit der Organe aufrechtzuerhalten. Zudem ist die Verabreichung von Antibiotika und antiviralen Medikamenten sinnvoll, um Ko-Infektionen zu verhindern. Einige pharmazeutische Mittel wurden im Labor auf Wirksamkeit gegen das Virus hin untersucht. Eine Kombination der Substanzen Interferon und Ribavirin, die u.a. zur Therapie von Hepatitis C-Erkrankungen eingesetzt wird, wurde in der Folge bereits im Tiermodell getestet. Die Anwendung führte zu einer Unterbindung der Virusvermehrung und generell einem milderen Krankheitsverlauf verglichen mit unbehandelten Tieren. Die Forschungen an einem therapeutischen Mittel sowie an der Entwicklung eines Impfstoffes dauern an.

Vorbeugende Maßnahmen

Reisende in Risikogebiete sollten streng auf die Einhaltung von Hygieneregeln achten. Es wird empfohlen Nahrungsmittel vor dem Verzehr zu garen oder zu schälen sowie Flüssigkeiten vor dem Trinken abzukochen. Nach dem Kontakt zu Tieren, insbesondere zu Kamelen, sind die Hände gründlich zu reinigen. Vom Verzehr von Kamelmilch und -fleisch wird abgeraten. Ein enger Kontakt zu Erkrankten sollte vermieden werden. Personen mit Vorerkrankungen gelten als besonders gefährdet durch eine MERS-CoV-Infektion, sie sollten größte Vorsicht walten lassen und sich von Tieren fernhalten. Eventuell ist sogar ein Verzicht auf die Reise in Erwägung zu ziehen.
Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat Empfehlungen bezüglich der einzuhaltenden Hygienemaßnahmen bei der stationären Behandlung einer vermuteten oder bestätigten MERS-CoV-Infektion in Deutschland herausgegeben. Sie entsprechen denjenigen, die auch für SARS gelten. Die Patienten müssen isoliert werden, entweder durch Einzelunterbringung oder in Form einer Kohortenisolierung, wobei Zimmer mit Schleusenfunktion genutzt werden sollten. Eine möglicherweise vorhandene Raumluftanlage im Zimmer ist abzustellen, da ansonsten die Gefahr einer Verteilung der Erreger in andere Räume besteht. Das medizinische Personal, das Coronavirus-Patienten betreut, sollte sich ausschließlich diesen widmen und den Kontakt zu anderen Erkrankten meiden. Zudem ist bei Betreten der Patientenzimmer auf das Tragen von Schutzkittel, Kopfhaube, Atemschutzmaske sowie Einweghandschuhen zu achten. Nach Kontakt mit dem Erkrankten und/oder erregerhaltigem Material müssen die Hände mit einem geeigneten Desinfektionsmittel behandelt werden. Außerdem ist eine regelmäßige, gründliche Desinfektion patientennaher Flächen wie des Nachttisches oder der Türgriffe vorzunehmen.

Verbreitung des MERS-Coronavirus

Erkrankungen traten im Jahr 2012 zunächst in Saudi-Arabien und Katar auf. Weitere Staaten des Nahen Ostens, aus denen seitdem Infektionen mit dem Virus gemeldet wurden, sind die Vereinigten Arabischen Emirate, Jordanien, Kuwait, Jemen, der Libanon, der Iran und der Oman. Nach Deutschland importiert wurde das MERS-Coronavirus zum ersten Mal im Oktober 2012 aus Katar. Ein Patient mit schwerer Atemwegssymptomatik war in eine Spezialklinik in Essen eingeliefert worden und konnte nach intensivmedizinischer Behandlung schließlich wieder entlassen werden. Im März 2013 ist die Erkrankung bei einem aus Abu Dhabi stammenden Patienten in einem Münchner Krankenhaus nachgewiesen worden. Er hatte bereits in seinem Heimatland eine Lungenentzündung entwickelt, bevor er zur Behandlung nach Deutschland verlegt wurde. Trotz medizinischer Hilfe verstarb der Patient letztlich an einer Blutvergiftung und Multiorganversagen. Neben Deutschland hat es innerhalb Europas auch in Großbritannien, Frankreich, Italien, den Niederlanden, Griechenland, Österreich und der Türkei Fälle von eingeschleppten MERS-CoV-Infektionen gegeben. Gleiches gilt für Tunesien, Ägypten, Algerien, Malaysia, die Philippinen, Südkorea, China, Thailand und die USA. In Großbritannien, Frankreich, Tunesien und den USA ist es zu vereinzelten sekundären Infektionen gekommen, ebenso handelte es sich bei der Mehrzahl der Fälle in Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten vermutlich um Sekundärinfektionen. Betroffen waren vor allem Beschäftigte im Gesundheitswesen sowie Krankenhaus-Patienten. Bei dem Ausbruch in Südkorea traten sekundäre und auch tertiäre Infektionen auf. Eine anhaltende Verbreitung des Virus in der Bevölkerung wird jedoch nicht beobachtet.

Quellen und weitere Informationen finden Sie hier:

Haftungsausschluss

Die vorstehenden Angaben ersetzen keine ärztliche Beratung. Sie stammen aus diversen Informationsquellen, vorrangig der WHO, sind nach bestem Wissen zusammengestellt und entsprechen dem neuesten Stand. Für ihre Richtigkeit kann das CRM keine Verantwortung und für irgendwelche Gesundheitsschäden auf Ihrer Reise keine Haftung übernehmen. Reisenden wird empfohlen, sich vor der Reise ärztlich beraten zu lassen.

© Inhalte: Centrum für Reisemedizin


Zika-Virus-Erkrankungen

Aktuelle Entwicklungen

Seit dem Frühjahr 2015 breitet sich das Zika-Virus, welches zuvor hauptsächlich in Afrika und Asien vorkam, rasant in Süd- und Mittelamerika aus. Insgesamt 28 Staaten des amerikanischen Kontinents und der Karibik sind mittlerweile betroffen (Stand: 17.02.2016). Am 1. Februar 2016 hat die Weltgesundheitsorganisation WHO im Zusammenhang mit Zika-Virus-Infektionen eine „Public Health Emergency of International Concern“ (PHEIC) ausgerufen. Auslöser war eine Häufung von Mikrozephalie-Fällen bei Neugeborenen sowie das vermehrte Auftreten neurologischer Erkrankungen wie des Guillain-Barré-Syndroms in Ländern, in denen zuvor oder zeitgleich Zika-Ausbrüche auftraten. Ein Zusammenhang dieser Ereignisse wird als wahrscheinlich angesehen und aktuell durch die Gesundheitsbehörden untersucht. Das am stärksten betroffene Land ist Brasilien, wo im August die Olympischen Sommerspiele stattfinden werden. Bis auf weiteres sollten Schwangere sowie Frauen mit Kinderwunsch, also bei möglicherweise bestehender Schwangerschaft, von Reisen in aktuelle Ausbruchsgebiete absehen. 

Epidemiologie

Erstmals wurde das Zika-Virus 1947 im gleichnamigen Wald in Uganda bei einem Affen isoliert. In der Folge traten sporadisch menschliche Erkrankungen in mehreren Ländern Afrikas und Südostasiens auf. Im Jahr 2007 gab es einen Ausbruch auf der mikronesischen Yap-Insel, 2013 in Französisch Polynesien. Im Jahr 2014 wurden autochthone Erkrankungen aus Neukaledonien berichtet, im selben Jahr gab es auch Fälle auf den Cook-Inseln und auf der Osterinsel. Die ersten Fälle auf amerikanischem Festland wurden Ende April 2015 aus Brasilien gemeldet, seither verbreitet sich das Virus rapide auf dem südamerikanischen Kontinent und in der Karibik. Auch auf den Südseeinseln Amerikanisch Samoa, Samoa und Tonga gab es in den letzten Monaten lokale Übertragungen. Einen Überblick über die aktuelle Situation bieten die Karten der ECDC und der PAHO. Eine Timeline zur Ausbreitung des Zika-Virus seit 1947 findet sich auf den Seiten der WHO.

Übertragungswege

Das Zika-Virus wird durch Stechmücken der Gattung Aedes übertragen, welche auch Vektoren für das Gelbfieber-Virus und das Dengue-Virus sind. Mittlerweile gibt es Hinweise auf weitere Übertragungswege, etwa durch Geschlechtsverkehr, was jedoch noch einer weitergehenden Untersuchung bedarf. Auch durch eine Bluttransfusion könnte das Virus übertragen werden, ebenso perinatal von einer Mutter auf ihr Kind. Zudem wurde der Erreger in Urin und Speichel nachgewiesen, die Bedeutung hinsichtlich der Weiterverbreitung muss noch geklärt werden.

Krankheitsverlauf

Etwa 80 % aller Infektionen verlaufen asymptomatisch, in den übrigen Fällen kommt es fast ausschließlich zu milden Verläufen. Neben erhöhter Temperatur, Kopf- und Gliederschmerzen treten ein Hautausschlag sowie eine nichteitrige Konjunktivitis auf. Die Symptome klingen nach etwa einer Woche von alleine wieder ab. Schwere Verlaufsformen bis hin zum Tod sind bislang nur vereinzelt bei Personen mit bereits vorbestehenden Grunderkrankungen beobachtet worden.
Aktuell wird ein möglicher Zusammenhang zwischen einer Zika-Virus-Infektion während der Schwangerschaft und Hirnfehlbildungen des Fötus untersucht. In Brasilien und Französisch Polynesien waren in zeitlicher Nähe zu Zika-Ausbrüchen vermehrt Kinder mit einem zu geringen Kopfumfang (sog. Mikrozephalie) zur Welt gekommen. Mittlerweile konnte bei einigen Frauen, die ein Kind mit zerebraler Schädigung erwarten, oder im Gewebe von nach der Geburt verstorbenen betroffenen Babys das Virus nachgewiesen werden. Eine Mikrozephalie ist oftmals verbunden mit geistiger Behinderung oder neurologischen Schädigungen.
Zudem wurde in den genannten Ländern sowie in weiteren von Zika betroffenen Ländern, wie bspw. Kolumbien oder Venezuela, ein Anstieg der Inzidenz des Guillain-Barré-Syndroms registriert. In einigen Fällen konnte bei den Patienten eine vorangegangene Zika-Virus-Infektion bestätigt werden oder sie hatten zumindest in der jüngeren Vergangenheit typische Symptome einer Zika-Infektion gezeigt. Auch hier laufen Untersuchungen zu einem möglichen Zusammenhang.
Bei dem Guillain-Barré-Syndrom handelt es sich um eine Erkrankung der Nervenbahnen, vorwiegend derjenigen, die zum Bein ziehen. Es äußert sich durch eine Muskelschwäche, die letztlich zur vollständigen Lähmung der Beine, Arme sowie auch zu Atemlähmung führen kann. Mitunter treten Sensibilitätsstörungen auf, etwa beim Empfinden von Berührung, Schmerz oder Temperatur. Auch die Hirnnerven oder das autonome Nervensystem können betroffen sein. Durch eine entsprechende Therapie können die Symptome i.d.R. größtenteils, manchmal auch vollständig, zurückgebildet werden. In den meisten Fällen ist eine zuvor durchgemachte Infektionskrankheit Auslöser des Guillain-Barré-Syndroms.

Diagnostik und Therapie

Bei symptomatischen Patienten erfolgt bis zum 7. Tag nach Krankheitsbeginn die Diagnostik mittels RT-PCR aus Serum oder Plasma und zusätzlich aus Urin. Vom 8. bis zum 27. Tag der Erkrankung wird eine Serologie aus Serum sowie zusätzlich eine RT-PCR aus Urin durchgeführt, ab dem 28. Tag nur noch die Serologie. Für asymptomatische Reiserückkehrer ist eine Diagnostik i.A. nicht angezeigt, eine Ausnahme stellen Schwangere sowie Männer mit einer schwangeren Partnerin dar. Eine gute Übersicht zum diagnostischen Vorgehen findet sich beim Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin, an das auch Proben gesendet werden können.
Eine spezifische Therapie für eine Zika-Virus-Erkrankung existiert nicht. Zur symptomatischen Behandlung werden fiebersenkende und schmerzstillende Mittel verabreicht, zudem sollte der Patient viel Flüssigkeit zu sich nehmen.

Prävention

Bislang existiert kein Impfstoff gegen eine Zika-Virus-Infektion. Wichtigste persönliche Schutzmaßnahme ist das Vermeiden von Mückenstichen, etwa durch das Tragen körperbedeckender Kleidung und das Auftragen von Insektenabwehrmittel auf unbedeckte Hautstellen. Die Kleidung sollte dicht gewebt sein und kann zusätzlich zur Verstärkung des Schutzes mit einem Insektizid wie Permethrin imprägniert werden. Die übertragenden Moskitos sind vorwiegend tagaktiv, wenn möglich sollte man sich daher tagsüber weitestgehend in klimatisierten Räumen mit Mückengitter vor den Fenstern aufhalten. Schwangere sowie Frauen mit Kinderwunsch sollten zum gegenwärtigen Zeitpunkt von nicht zwingend notwendigen Reisen in aktuelle Ausbruchsgebiete absehen. Aufgrund der aktuell noch nicht geklärten Bedeutung einer sexuellen Übertragung wird Menschen in bzw. Rückkehrern aus Ausbruchsgebieten geraten Kondome zu benutzen, insbesondere bei Vorliegen einer Schwangerschaft.

Quellen und weitere Informationen finden Sie hier:

Haftungsausschluss

Die vorstehenden Angaben ersetzen keine ärztliche Beratung. Sie stammen aus diversen Informationsquellen, vorrangig der WHO, sind nach bestem Wissen zusammengestellt und entsprechen dem neuesten Stand. Für ihre Richtigkeit kann das CRM keine Verantwortung und für irgendwelche Gesundheitsschäden auf Ihrer Reise keine Haftung übernehmen. Reisenden wird empfohlen, sich vor der Reise ärztlich beraten zu lassen.

© Inhalte: Centrum für Reisemedizin


Meningokokken-Impfung gegen die tropentypischen Bakterienstämme A, C, W, Y

In den tropischen Ländern sind in weit höherem Maße als in den gemäßigten Zonen (Meningokokken-Stämme B und C) Meningitis-Infektionen mit den Menigkokokkenstämmen A, C, W, Y verbreitet. Es stehen derzeit zwei Impfstoffe zur Verfügung (Menveo, Nimenrix), welche zu vergleichbar hohen Antikörpertiter führen. Reiseexperten sehen geringe Vorteile für den Impfstoff Nimenrix (GSK).

Links:


Chikungunyafieber